Schottenbad und Taubenschwänzchen Ein Landschaftsporträt der Günz - Bayerns längstes Bachsystem

Die Günz. Der Name kommt aus dem Indogermanischen und bedeutet "wasserreicher Fluss". Kein Wunder - allein zwischen Günzach und Ronsberg sind an die 250 Quellaustritte kartiert.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 23.06.2021 | Archiv

Schottenbad und Taubenschwänzchen: Ein Landschaftsporträt der Günz - Bayerns längstes Bachsystem

Your browser doesn’t support HTML5 audio

Bayern 2 Zeit für Bayern | BAYERN 2

Mit einem Gefälle von rund 400 Höhenmetern fließt die Günz vom Allgäu ins schwäbische Donautal. Eigentlich kein Fluss, eher ein "Voralpenbach". Aber Bayerns längstes Bachsystem!

Günz-Mäander nördlich von Liebenthann Bild: BR / Andrea Zinnecker

Was allerdings nicht dem rund 90 Kilometer langen Flusslauf von den Quellen der Östlichen und Westlichen Günz über den Zusammenfluss bei Lauben im Unterallgäu und dann bis zur Mündung in die Donau bei Günzburg geschuldet ist.

Den Titel des längsten bayerischen Bachsystems verdankt die Günz den vielen kleinen Bächen und Zuläufen. 15 Natura-2000-Gebiete reihen sich entlang der Günz wie Perlen auf.

Zwischen Valleroi und Teufelsküche

Junge Günztal-Weiderind Bild: BR / Andrea Zinnecker

Schon immer war das Günztal ein Kultur- und Wirtschaftsraum und das Bachsystem Lebensader für Mensch und Tier. Hier fühlt sich nicht nur der Biber wohl, auch die Viehweiden liegen direkt am Wasser. Eine spezielle Rasse sind die Günztal-Weiderinder.

Trollblumen leuchten wie Sonnenkugeln Bild: BR / Andrea Zinnecker

Die Valleroi, ein kleines geschütztes Seitental der Günz, zieht sich nordöstlich von Obergünzburg in Richtung Ebersbach. Seit 1985 hat der Bund Naturschutz eine eineinhalb Hektar große Wiese in der Valleroi gepachtet und mäht sie nur einmal im Jahr. Mehlprimeln, Trollblumen, Orchideen und viele Raritäten mehr blühen hier.

Das Biotop ist auch Lebensraum für etwa zahlreiche, zum Teil bedrohte Schmetterlingsarten, darunter der Randring-Perlmuttfalter, der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Schillerfalter und Schachbrettfalter, die balzende Langhornmotte oder das Taubenschwänzchen. In den zum Teil sich selbst überlassenen Günzhangwäldern flattern Waldschmetterlinge wie der Kleine und Große Eisvogel. Es finden sich aber auch an die 25 verschiedenen Baumarten sowie Riesenbäume, sogenannte Methusaleme.

Mitten in der Teufelsküche Bild: BR / Andrea Zinnecker

Die Teufelsküche gilt als eines der hundert schönsten Geotope in Bayern. Sie versteckt sich tief im Wald zwischen Liebenthann und Ronsberg auf der rechten Seite der Günz. Der Sage nach ist sie ein energetischer Ort mit magischen Kräften. Die riesigen Felsblöcke aus Nagelfluhgestein, die der Teufelsküche ihren Namen gegeben haben, sind Relikte aus der letzten Eiszeit.

Sendung

Programmhinweis

  • Bayern 2 Zeit für Bayern Immer samstags und feiertags von 12.05 bis 13.00 Uhr auf Bayern 2. Wiederholung sonntags von 21.05 bis 22.00 Uhr auf Bayern 2 und BR Heimat.