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Wüstenbildung Wie kommt es zur Desertifikation und welche Folgen hat sie?

Die Welt verliert weltweit an fruchtbarem Boden. Die Wüstenbildung schreitet voran, weil in trockenen Gebieten Böden, Vegetation und Wasservorräte zu intensiv von uns genutzt werden. Welche Folgen hat die Desertifikation?

Stand: 15.02.2023 |Bildnachweis

Verwüstung: Wenn Boden nutzlos wird

Die Wüsten der Erde: Dabei denkt ihr sicher nicht unbedingt gleich an Europa, sondern an andere Kontinente. Doch langsam, aber stetig verwandeln sich auch ganze Landstriche in Europa in Trockengebiete - vor allem Spanien ist betroffen. 

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Wüstenbildung: Wie kommt es zu einer Desertifikation?

Weltweit wachsen Wüsten und Steppen aufgrund des Klimawandels - und weil in Trockengebieten natürliche Ressourcen wie Böden, Vegetation und Wasservorräte wegen einer zu intensiven Nutzung durch uns Menschen beeinträchtigt oder zerstört werden und sich nicht mehr regenerieren können. In diesem Fall spricht man von Desertifikation oder auch Wüstenbildung.

Die 50 am wenigsten entwickelten Länder der Welt sind besonders von der voranschreitenden Wüstenbildung betroffen. Die Prognosen stimmen nicht optimistisch: Die Welt verliert dramatisch an fruchtbarem Boden. Pro Jahr entstehen weltweit etwa 50.000 Quadratkilometer neue Wüstenflächen.

Die Wüstenkonvention

Am 26. Dezember 1996 trat die UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung in Kraft. Der vollständige Name lautet: "Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika" - kurz "Wüstenkonvention". Doch obwohl fast alle Länder der Welt diese Konvention ratifiziert haben, schreitet die Desertifikation weiter voran. Auch die Rolle des Klimawandels vor allem bei Dürren wird immer deutlicher.

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Wüstenbildung: Ursachen und Folgen

Ursachen von Desertifikation

Als "man made deserts" bezeichnet man die neuen Trockengebiete, weil in der Regel Eingriffe der Menschen ihre Ausweitung forcieren.

Überweidung von Flächen
Zu viel Vieh frisst zu viele Pflanzen, der Boden verliert seine schützende Vegetationsschicht, wird lockerer und erodiert.

Übernutzung von Böden
Kürzere Brachezeiten und falsche Ackerbautechnik entziehen den Böden Nährstoffe und verringern den Pflanzenbewuchs. Auch das fördert Erosion.

Vernichtung von Wäldern
Zur Gewinnung von Brenn- bzw. Bauholz, Ackerland oder Flächen für Industrie oder Wohnimmobilien wird der Baumbestand drastisch verringert. Diese Regionen veröden.

Verbrauch/Verschwendung von Wasser
Für wachsende Bevölkerung, landwirtschaftliche Bewässerung und Tourismus entzieht man der Natur immense Wasserressourcen.

Klimawandel
Auch die vom Menschen ausgelöste globale Erwärmung trägt zum Wachstum der Wüsten bei.

Überbevölkerung treibt die Wüstenbildung zusätzlich voran

Bauspekulanten, die Wälder abbrennen lassen, sind nur ein Teil des Problems. In vielen Ländern trägt die Bevölkerungsexplosion zu den oben genannten Ursachen bei. Mit zunehmender Weltbevölkerung werden immer größere Flächen intensiv landwirtschaftlich genutzt. Weltweit leben etwa 500 Millionen Menschen in Gebieten, die seit den 1980er-Jahren von Wüstenbildung betroffen sind - meistens in Armut. Denn die Wüstenbildung verschlimmert bestehende wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche und ökologische Probleme. Sie führt unter anderem zu Nahrungs- und Wasserknappheit und zum Verlust der biologischen Vielfalt. Menschen und Tiere werden gezwungen ihre Lebensräume zu verlassen.

Beispiele für Desertifikation

Spanien: Wüste wächst in Europa

Viele Gebiete in Spanien sind von Verwüstung bedroht.

In Spanien wurde die Desertifikation erst durch den Bauboom, vor allem in Touristengebieten, dann durch den hochindustrialisierten Gemüseanbau verstärkt. Salat und Paprika wachsen in riesigen Monokulturen, wo vorher genügsame Früchte wie Wein oder Oliven angebaut wurden. Das geht aber nur, wenn in großem Stil künstlich bewässert wird.

Das spanische staatliche Wetteramt Aemet stuft den Küstenstreifen der Region Murcia, der Águilas, Mazarrón und Lorca umfasst, sowie kleine Teile von Almería und Alicante, bereits als Wüste ein. Die Trockengebiete in den letzten 70 Jahren haben sich in ganz Spanien erheblich ausgeweitet, von elf auf 21 Prozent. Steigende Temperaturen und häufigere Dürreperioden durch den Klimawandel verschärfen die Situation. Europas einstiger Obstkorb droht, sich in einen Sandsack zu verwandeln.

Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung

Seit 1994 ist der 17. Juni alljährlich der Welttag für die Bekämpfung der Wüstenbildung, ausgerufen von den Vereinten Nationen.

Sendungen zum Thema Wüstenbildung







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