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Lebensqualität Die Rückkehr nach der Coronakrise

Seit Wochen beherrscht die Corona-Krise unser Leben. Nach all dem Lockdown und Shutdown werden aber die Zügel Schritt für Schritt gelockert. Erst jetzt wird uns bewusst, wie schnell unser Alltag aus den Fugen geraten kann.

Von: Erna Raps

Stand: 27.05.2020 | Archiv

Lebensqualität: Die Rückkehr nach der Coronakrise

Endlich wieder Wirtshaus. Endlich wieder Biergarten. Wochenlang waren Freunde und sogar Familien auseinandergerissen, durften sich nur durch Trennscheiben oder im Videochat unterhalten. Seit Mitte Mai läuft die Gastronomie wieder. Zwar gelten immer noch Abstands- und Hygienevorschriften, aber die Passanten in der Regensburger Altstadt waren doch froh, als nach acht Wochen Kontaktverbot endlich die Straßencafes wieder öffneten.

Die Sehnsucht nach dem Friseur

Wahre Schönheit kommt von innen, aber auch das Äußere will gepflegt sein. Wer in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung der Friseursalons seine Coronamatte los werden wollte, hatte Pech. Die Coiffeure und Haarstylisten sind auf Monate ausgebucht. Das Friseurhandwerk hat eine lange Tradition und eine interessante Entwicklung. Was früher die Bader leisteten, hat sich auf zwei Berufszweige aufgeteilt: Auf der einen Seite der Zahnarzt, der keine Haare schneidet, und auf der anderen der Barbier, der keine Zähne mehr zieht.

Trauerfeiern in Coronazeiten

Zur Lebensqualität in Bayern gehört auch eine schöne Leich. In den vergangenen Wochen waren Beisetzungen nur im engsten Familienkreis und Trauerfeiern überhaupt nicht möglich. Seit Mitte Mai dürfen immerhin 50 Trauergäste mit auf den Friedhof. Aber alle auf Abstand. Dabei sind Nähe und Sich-Gegenseitig-Halt-Geben gerade in der Trauer wichtig.

"Trauer braucht Gemeinschaft und das war für mich ein Leichenschmaus. Es wurde gelacht, es wurde geweint. Da habe ich wirklich gemerkt, wie wichtig das ist, das Zusammenkommen, und dem anderen Trost geben zu können. Und beides darf sein: Lachen und Weinen und dass ich einfach gestärkt nach Hause gehen kann."

Nicole Rinder, Trauerbegleiterin der Münchner Firma Aetas

Selbernähen liegt im Trend

Die Corona-Krise zeigt, dass sich aus der Not manchmal eine Tugend machen lässt. Wer hätte gedacht, dass Atemschutzmasken jemals zu einem Modeartikel werden. Zu verdanken ist das den vielen Hobbyschneidern, die nach dem anfänglichen Mangel an medizinischen Masken daheim ihre Nähmaschinen angeworfen haben. Herausgekommen ist eine unglaubliche Vielfalt an Mustern, Styles und sogar Designerobjekten. Der Trend zum Selbernähen ist schon seit ein paar Jahren zu beobachten. Heute nennt sich das Handarbeiten Crafting und überall in Bayern treffen sich die Crafistas zum Schneidern und zu Strickparties.


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