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Journalistin und Merz-Biografin    Sara Sievert

Sie war Redakteurin beim "Focus" und beim "Spiegel" und ist seit 2023 Chefreporterin bei "t-online". Mit Anfang 30 hat Sara Sievert bereits eine beachtliche journalistische Karriere hingelegt.

Stand: 27.02.2025 11:09 Uhr

Sara Sievert, Journalistin und Merz-Biografin | Bild: Sara Sievert @ Dominik Butzmann / laif

Als Journalistin in Berlin ist der Deutsche Bundestag so etwas wie ihr Wohnzimmer. Auch mit dem wahrscheinlich künftigen Bundeskanzler hat sie sich intensiv beschäftigt. "Der Unvermeidbare" heißt ihre Biografie über Friedrich Merz, die Anfang des Jahres erschienen ist. Darin konzentriert sie sich auf das politische Comeback von Merz ab Herbst 2018. Natürlich kommen auch die Konflikte mit Altkanzlerin Angela Merkel nicht zu kurz. Sara Sievert kommt zu dem Schluss, dass Merz diese alte Rivalität noch nicht ganz überwunden hat.

"Ich glaube, so richtig wird die Rivalität oder das Merkel Trauma (…) bei Friedrich Merz nie begraben sein."

(DLF, 13.01.25)

Hinter die Kulissen schauen

Den Dingen auf den Grund gehen, hinter die Fassade schauen, das war schon immer eine besondere Begabung von Sara Sievert. Nach dem Studium führte sie ihr Weg zunächst an die "Burda Journalistenschule". In ihrer Stammredaktion "Focus Magazin" blieb sie nach der Ausbildung als Redakteurin und stieg schließlich zur Chefreporterin bei "Focus Online" auf. Im Herbst 2022 wechselte sie als Unions-Berichterstatterin in das Hauptstadtbüro des "Spiegel". Für eine Reportage begleitete sie damals den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder über mehrere Wochen. Sie schrieb über seine Methoden:

"Er geht auf Dauer-Tour. Hetzt von Termin zu Termin. Wie eine bayerische Taylor Swift legt Söder an jedem Ort die passende Platte auf. Von Country bis Kirchenlied wird immer das gesungen, was ihn gerade in die Charts befördert. Die Söder-Show läuft auf allen Kanälen: ob Radio, Fernsehen, Social Media oder Print. Selbst, wer sich als Bayer abschotten will vom Ministerpräsidenten, läuft Gefahr, Söder in seinem Dorf anzutreffen, weil er dort womöglich gerade ein Fass ansticht."

(Der Spiegel, 19.12.22)

Auf dem Sprung nach oben

Auch wenn ihre Reportage viel Aufmerksamkeit erregte, zog es Sara Sievert weiter. Seit September 2023 berichtet sie als Chefreporterin Politik für das Hauptstadtbüro von t-online. Es ist ihr dritter Top-Job innerhalb von fünf Jahren.

"Ich habe immer geschaut, wo und wie ich mich weiterentwickeln kann und wo ich meine Stärken am besten einbringen kann. Mir war es wichtig, unterschiedliche Erfahrungen in Print und Online zu sammeln."

(medium magazin, 12.10.23)

Bewährungsprobe für die Union

Ein völlig neues Terrain beschritt sie nun mit ihrer Biografie über Friedrich Merz. ImWahlsieg der Union sieht Sara Sievert Chance aber auch Gefahr zugleich. Die Union müsse sich vor allem davor hüten, allzu große Versprechen zu machen.

"Die Überschrift lautet ‚Politikwechsel‘. Wenn der nicht in dem angekündigten Ausmaß spürbar wird, kann das gefährlich sein."

(Zeit, 08.01.25)


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