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Streetphilosophy Utopie · Erfinde eine bessere Welt!

Marzahn war einmal das steingewordene Versprechen des Sozialismus. Ronja will von Lokalpolitiker Bjoern wissen: Werden heute noch Utopien geboren, oder schauen wir den alten beim Aussterben zu? | Bild: BR/rbb/weltrecorder

Samstag, 31.08.2024
11:00 bis 11:25 Uhr

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2018

Ronja von Rönne fährt nach Berlin-Marzahn, das einmal das steingewordene Versprechen des Sozialismus war. In der DDR lockte das Vorzeigeviertel junge Familien mit Komfortwohnungen, sauberer Luft und viel Grün. Warum heute vor allem alte Menschen dort leben, diskutiert Ronja mit dem Linken-Politiker Bjoern Tielebein, der sich in seinem Kiez engagiert, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Beginnt jede Utopie im Kleinen – oder muss man nicht größer denken? Start-up-Visionäre basteln in ihren Labs und Hubs an der Zukunft. In der Factory Berlin, dem Mini-Silicon-Valley in Kreuzberg, trifft Ronja auf Edgar Scholler, der mit einer Carsharing-App die Mobilität in unseren Großstädten revolutionieren will. Aber hat er auch abseits technologischer Innovation eine Vorstellung von einer besseren Welt? Während Edgar das Paradies im Hier und Jetzt verwirklichen will, hoffen die Steyler Anbetungsschwestern auf das Jenseits. Sie leben freiwillig hinter Gittern, schweigen und beten in einer Art Parallelgesellschaft, zurückgezogen von der Welt. Schwester Mechtildis erklärt Ronja, dass ihre Gebete Gutes bewirken. Ein Leben ohne Leid kann es aber nur in der Ewigkeit geben. Wozu brauchen wir Utopien dann überhaupt? Um morgens aufstehen und auf etwas hinarbeiten zu können, sagt Philosophin Eva Deitert, Utopien geben unserem Leben ein Ziel. Das beginnt schon im Alltag mit unseren Tagträumen, wie Ernst Bloch meinte, sie können uns das Tor zu einer anderen, besseren Welt öffnen. Aber kann es sein, dass wir es uns in unseren kleinen privaten Utopien zu gemütlich machen? Fehlt es uns an Mut und Fantasie, an einer großen Vision, die die Gesellschaft als Ganze verändern kann? Um Ideen für die Zukunft ausbrüten zu können, brauchen wir Freiräume. Für Britta Thie, Medienkünstlerin und Model, ist Berlin eine Art Atelier, in dem sie Zeit verschwenden und sich ausprobieren kann. Ihre Spielwiese: Social-Media-Plattformen wie Instagram – eine Welt, die von Algorithmen beherrscht wird. Was macht das mit ihrer Kreativität? Und wie verändert sich das Bild des Künstlers, wenn seine Originalität künftig durch Künstliche Intelligenz infrage gestellt wird?

Redaktion: Gábor Toldy