Sprachwurzel für Münchner Pfarrer Schießler "Des is wia a Goldmedaille"
Der aus Bayern stammende emeritierte Papst Benedikt XVI. hat schon die "Bairische Sprachwurzel" - und nun ist auch noch einer der derzeit bekanntesten katholischen Pfarrer im Freistaat damit ausgezeichnet worden: der Münchner Priester Rainer Maria Schießler.

Mit der Auszeichnung würdigte der Dialektförderverein "Bund Bairische Sprache" den Einsatz Schießlers für die Dialektvielfalt. Denn der Kirchenmann redet gern bayrisch, er predigt auch im Dialekt. Pfarrer Rainer Maria Schießler hat sich mächtig über den Preis gefreut.
Pfarrer Schießler ist nicht gerade verwöhnt, wenn es um Preise und Auszeichnungen geht, um so mehr freut er sich über die "Bairische Sprachwurzel".
"I bin ned auf Preise aus. I hab nie was kriagt, koa Siegerurkunde bei de Bundesjugendspiele, i war immer z'schlecht."
Pfarrer Rainer Maria Schießler
Schießler bedauert, dass es immer weniger junge Leute gibt, die bayrisch sprechen.
"I kon kein bayerisches Krippenspui macha, weil i koan Hirtn zam bring, der sogn dad: 'Kumm, geh ma zum Kind.' Kriagt koana zam. Und wenn ses dann sogn, dann klingt des so preißisch, dass d'Leid wieder aus der Kircha naus renna. Do merkst du wieviel Entfremdung do ist."
Pfarrer Rainer Maria Schießler
Sprache ist aus Sicht Schießlers wichtig: "Du konnst die schenste Tracht trogn, die bringt nix, wenn er'n Mund aufmacht und du härst des Gegenteil."
"Es gibt die schöne Geschichte von den Bäumen, die sogn, uns tun die Menschen leid, weil sie koane Wurzeln haben. Mia miasn schaun, dass wir unsere Wurzeln immer no spüren, weil nur dann kriag i diesen Saft des Lebens. Deswegen muas i net gleich in an Trachtenverein gehen. Im mir spüren! Es ist ein Lebensgefühl! Es is a Philosophie! Des kehrt zu uns. Des ist Ausdruck unserer Lebensweise. Und wir miasn doch sowas a schätzen und pflegn."
Pfarrer Rainer Maria Schießler
Der "dialektale Menschenfischer"
Sepp Obermeier, der Vorsitzende des Dialektfördervereins nannte Schießler bei der Preisverleihung einen "dialektalen Menschenfischer". Der Priester habe eine Folge der Livesendung "Jetzt red i" des BR-Fernsehens im Frühjahr zu einer Sternstunde des Dialekts werden lassen. Als Beispiel nannte Obermeier den Satz Schießlers:
"Sakramente muasst spürn, Liturgie deaf ned wehdoa und d' Leit muassd mögn."
Rainer Maria Schießler im BR-Fernsehen
Dialekt mit einer seelsorgerischer Strategie
Laudator Ludwig Holzfurtner von der Kommission für Bayerische Landesgeschichte würdigte Schießler. Einst seien Dorflehrer und -pfarrer die einzigen gewesen, die nach der Schrift redeten. Heute sei Schießler der einzige, der Dialekt spreche, und das mit einer seelsorgerischen Strategie.
Der 55-jährige Kirchenmann ist für die Münchner Pfarrei St. Maximilian zuständig. Außerdem betreut er auch die im Herzen der Landeshauptstadt gelegene Heilig-Geist-Gemeinde am Viktualienmarkt. Bekannt wurde er vor allem auch durch seine Arbeit auf der Wiesn. Über Jahre hinweg kellnerte Schießler in seinem Urlaub in einem der Festzelte auf dem Münchner Oktoberfest und spendete den Lohn für soziale Projekte.
Im Frühjahr erschien sein Buch "Himmel, Herrgott, Sakrament. Auftreten statt austreten", in dem er auch heikle Themen innerhalb der katholischen Kirche anspricht.
Sprachwurzel-Preisträger: Luise Kinseher und die Biermösl Blosn
Bisherige Träger des seit 2005 vergebenen und nicht dotierten Sprachpreises in Form einer Glasskulptur sind unter anderem die Kabarettistin Luise Kinseher und Regisseur Markus H. Rosenmüller. Voriges Jahr erhielten die "Well-Brüder aus'm Biermoos" die Auszeichnung für ihre bissig-bayerischen Liedtexte.
Kommentieren
Alois Steiger, Sonntag, 14.August 2016, 23:49 Uhr
5. Sprachwurzel
A wenn ma koa Katholik is: an liebenswerteren Preisträger kannt i mir net vorstoin.
Wanda, Sonntag, 14.August 2016, 17:49 Uhr
4. Überzogen
- naja, wenn er die Kirche sonst nicht vollkriegt. Tät´s ein Politiker, würde man ihn einen Populisten schimpfen...
P.S. wie funktionierte denn seine Arbeit auf der Wies'n ? Gibt's da überhaupt Leute, die bayerisch verstehn?
Barbara, Sonntag, 14.August 2016, 14:25 Uhr
3. Welche Visionen hat Pfarrer Schießler?
Teresa von Avila (1515-1582) schrieb in der "Seelenburg", daß ihre Liebe zu Gott nicht davon abhängig ist, ob sie von den Menschen viel Beifall oder gar keinen Beifall bekommt, da die Sympathien der Menschen nur Eitelkeit der Welt seien. Teresa von Avila wurde von Lorenzo Bernini in einer ihrer Visionen in der Kirche S. Maria della Vittoria in Rom dargestellt. Vielleicht kann Pfr. Schießler von dieser Kirchenlehrerin noch etwas lernen?
Antwort von Wolf, Dienstag, 16.August, 07:29 Uhr anzeigen
Ach Babsi, von ihnen können wir alle noch was lernen....nur Demut nicht.
Antwort von Barbara, Dienstag, 16.August, 16:10 Uhr anzeigen
Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung: ein Wolf hat noch nie die Demut lernen können! Tiere können nicht anbeten!
Antwort von Martina Lenzen, Mittwoch, 17.August, 15:50 Uhr anzeigen
Mir wird der Wolf, der gute, wohl zustimmen, dass die Menschheit einpacken könnte, wenn es nur noch Fernsehpriester, Fernsehpolizisten, Fernsehköche, Fernsehärzte....geben würde...
Fehlende Demut sehe ich bei Barbara nicht. Das dem Wölfchen, dem es wohl kaum an Überheblichkeit mangelt,
Mich wundert, dass Pfarrer Schießler noch keinen Preis von BMW bekommen hat für Autosegnungen, dann noch den goldenen Fußball, die gesegnete Maß Paulaner.....Vielleicht dann eine eigene Sendung mit dem Bundespräsidenten Alexander Hold.
Hold und Schießler: Für Gott und Vaterland. Dann noch die Tapferkeitsmedaille wegen Bedienen unter der Terrorangst...
Da ist noch viel drin an Lobpreisung, Auszeichnung und Buidl mit denen, die auch gesehen werden wollen...
Kritisiere ich diese Umtriebigkeit? "Sünden dat i mi firchten."
em Määfranggn, Sonntag, 14.August 2016, 13:05 Uhr
2.
Wenn ihr schon Dialekt schreibt, dann bitte richtig. Ich hatte eine Weile überlegt, was "wehoda" bedeuten könnte, bis ich des Pfarrers Zitat las: ... wehdoa ... Nur wurde es mir schlagartig klar: Es ist "wehtun" gemeint. Also korrigiert bitte die Überschrift. Grüße
Antwort von BR24, Sonntag, 14.August, 13:23 Uhr anzeigen
Liebe BR24-Leserin em Määfranggn,
Danke für den Hinweis und Ihren Kommentar! Dialektfähig sind die meisten von uns, aber hier sind uns schlicht zwei Buchstaben durcheinander geraten. Der Verdreher ist korrigiert, wir bitten ihn zu entschuldigen!
Ihr BR24-Team Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
Kommentar-Richtlinien bearbeitet.
Antwort von vielfahrer, Sonntag, 14.August, 13:45 Uhr anzeigen
@BR24
und scho wida an Buachstam vergessn.
untn, liabs R24 Team :-)
Antwort von Flo24, Montag, 15.August, 05:33 Uhr anzeigen
Der BR spart sich tot; sogar an den Buchstaben müssen sie schon sparen ;-) Schießler hilft!
Antwort von Martina Lenzen, Donnerstag, 18.August, 10:05 Uhr anzeigen
Ja, Kruzitürken,muss die schon wieder kommentieren.... aber es sind einfach zu viele unbeantwortete Fragen....
Wieso bekam der Intendant des BR einen Preis - von wem auch immer - als herauskam, wie schlecht er gehaushaltet hat?
"Net geschinmpft ist globt gnua." Das gilt für den Normalbürger. Ganz oben bekommt man nicht nur nie nicht keinen Ärger - korrekt?- man bekommt auch noch Preise.
Mehr Respekt vor der Intelligenz von uns Bürgern. Wir sind nicht auf der Brennsuppn dahergschwommen und wir haben auch nicht, wie man in Köln sagen würde, einen Hau mit der Wichsbürste.
Ulrike, Sonntag, 14.August 2016, 12:42 Uhr
1. Pfr. Schießler
Ich kann nur sagen: Herzlichen Glückwunsch!
Ich verpasse, wenn es mir möglich ist, keine seiner Sendungen.
Pfr. Schießler bleiben Sie bitte so, wie Sie sind und lassen Sie sich von nix und niemand verbiegen. Danke!