Bayerischer AfD-Chef im Visier Verfassungsschutz beobachtet Petr Bystron
Paukenschlag bei der Vorstellung des bayerischen Verfassungsschutzberichtes: Das Landesamt beobachtet AfD-Landeschef Petr Bystron - wegen Unterstützung der Identitären Bewegung (IB). Bystron kritisiert die Beobachtung.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilte mit, Bystron werde erst seit kurzem vom Verfassungsschutz beobachtet. Die AfD insgesamt sei jedoch nicht im Visier. Die Identitäre Bewegung wird als rassistisch eingestuft. In Bayern wird die Bewegung seit Anfang 2016 beobachtet.
Bystron: "Sachlich ungerechtfertigt"
Bystron teilte per Presseerklärung mit, er halte das Vorgehen für "sachlich ungerechtfertigt und rein parteipolitisch motiviert". Ihm und dem Ansehen der AfD solle im Bundestags-Wahlkampfjahr gezielt geschadet werden. Er selbst werde im Verfassungsschutzbericht gar nicht erwähnt, schreibt Bystron. Er vermute eine Retourkutsche von Herrmann, dessen "beschönigt dargestellte Kriminalitätsstatistik" er kürzlich kritisiert hatte. Bystron betonte, er habe immer deutlich gemacht, dass es "personell und organisatorisch zwischen AfD und IB keine Schnittmengen oder Zusammenarbeit" geben dürfe. Nach seinen Worten besteht ein Aufnahmeverbot von IB-Aktivisten in die AfD, das strikt eingehalten und auch von ihm nicht in Frage gestellt werde. Gegenüber BR24 sagte der in der Tschechoslowakei geborene Bystron lapidar:
"Václav Havel wurde auch vom Staatsschutz beobachtet."
Petr Bystron
Havel war in der Tschechoslowakei während der Herrschaft der kommunistischen Partei einer der führenden Regimekritiker und außerdem einer der Initiatoren der Bürgerrechtsbewegung "Charta 77".
Identitäre: Verkappter Rassismus
Der Sprecher des Landesamtes für Verfassungsschutzes im Freistaat, Markus Schäfert, sagte gegenüber BR24, es gebe "personelle Überschneidungen" zwischen "Identitären" und Rechtsextremisten. Ihre völkisch-rassistische "Blut- und Boden-Ideologie" verkleide die Bewegung geschickt mit Begriffen wie Heimat, Identität oder Kultur. Der propagierte "Ethnopluralismus" läuft laut Schäfert aber in Wahrheit auf die "Ausweisung großer Bevölkerungsteile" aus Deutschland hinaus.
Gefahr durch Islamisten bleibt hoch
Die Ereignisse im Jahr 2016 verunsicherten viele Bürger. Entwarnung gibt es nicht: In allen extremistischen Szenen stellt das bayerische Innenministerium besorgniserregende Entwicklungen fest: bei Rechtsradikalen, Linksextremisten, Islamisten. Auch die Cyber-Kriminalität und Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden ausländischen Gruppen beunruhigen die Verfassungsschützer. Die Messerattacke im Würzburger Regionalzug und der Sprengstoffanschlag in Ansbach schockierten das ganze Land. Die Leichtigkeit, das Gefühl der Sicherheit war schlagartig dahin. Die Anschlagsgefahr in Bayern ist laut Innenministerium weiterhin hoch. Es gilt also immer noch, was Innenminister Herrmann im März vergangenen Jahres nach dem Terrorakt in Brüssel sagte:
"Jemand mit der Absicht eines Selbstmordanschlags kann natürlich jederzeit auch einen Hauptbahnhof in München und Nürnberg, oder den Münchner Flughafen betreten, und Menschen mit in den Tod reißen."
Joachim Herrmann
Ein kleiner positiver Vermerk taucht laut Innenministerium allerdings im aktuellen Verfassungsschutzbericht auf: 2016 reisten weniger Islamisten von Bayern in das Gebiet der Terrormiliz Islamischer Staat aus.
Sorgenvoller Blick nach rechts
Mit Sorge blickt das Innenministerium auf den Rechtsextremismus in Bayern. Es gebe insgesamt eine Steigerung der rechtsextremen Gewalttaten, so Herrmann. Eine noch recht neue rechtsextreme Gruppierung ist 2016 ins Visier des Verfassungsschutzes geraten: Die sogenannte "Identitäre Bewegung". Unter dem Schlagwort der "ethnokulturellen Identität" rufen die Identitären zur Abgrenzung vom Islam auf. Aber auch andere rechte Gruppen beobachtet der SPD-Landtagsabgeordnete und Experte für Rechtsextremismus, Florian Ritter, mit Sorge:
"Dass etwa Organisationen wie 'Blood and Honour' in Bayern seit Jahren wieder aktiv sind. Diese Gruppierungen sind im Jahr 2000 verboten worden, haben es aber offensichtlich geschafft, um Untergrund wieder Strukturen aufzubauen."
Florian Ritter
Eine leicht positive Tendenz stellt das Innenministerium bei den Übergriffen auf Asylunterkünfte fest. Die seien seit März 2016 seltener geworden. Allerdings ist die Zahl nach Ministeriumsangaben weiterhin hoch. SPD-Politiker Florian Ritter warnt zudem, dass die Anschläge oft von Menschen verübt werden, die bislang keinen Kontakt zur rechten Szene hatten. Hier sieht er auch bei der AfD und Pegida eine Mitschuld. Sie würden rechtsnationale Debatten in die Mitte der Gesellschaft tragen.
Reichsbürger im Fokus
Nachdem ein sogenannter Reichsbürger bei einer Razzia im Oktober einen Polizeibeamten getötet hat, ist die Bewegung in den Fokus des Verfassungsschutzes gerückt. Die Reichsbürger haben in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger bekommen, warnt das Innenministerium. In Bayern sollen mindestens 1.700 Reichsbürger leben, die zunehmend gewalttätig werden. Daher steht für den Innenminister fest:
"Wer die Existenz der Bundesrepublik Deutschland infrage stellt, oder unsere Rechtsordnung nicht als verbindlich ansieht, der darf auch keine Waffen besitzen."
Joachim Herrmann
Dass die Reichsbürger zum ersten Mal im bayerischen Verfassungsbericht auftauchen, kann SPD-Politiker Florian Ritter nicht nachvollziehen:
"Dass es bei den Reichsbürgern viele gewaltbereite Anhänger gibt, kann man schon seit Jahren beobachten. Übergriffe auf Finanzbeamte, Gerichtsvollzieher und Mitarbeiter in Amtsgerichten, hat es schon seit Jahren gegeben."
Florian Ritter
Innertürkische Konflikte in Bayern
Auch Konflikte im Ausland strahlen auf die Sicherheitslage in Deutschland aus. So nehmen laut Ministerium die Konflikte zwischen Anhängern der verbotenen PKK und türkischen Nationalisten, wie den rechtsextremen Grauen Wölfen, zu. Beides seien mittlerweile große Organisationen in Bayern. 1.800 Mitglieder zählt die PKK in Bayern. Die Grauen Wölfe mit ihrer rockerähnlichen Struktur haben rund 1.300 Anhänger. Die Entwicklungen in der Türkei könnten die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen in Bayern durchaus noch verstärken, warnt das Innenministerium. Eine akute Gefahr mit Eskalationspotenzial also.
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Ulrich, Mittwoch, 19.April 2017, 14:32 Uhr
14. Rassistisch?
Die Identitäre Bewegung ist eine Vereinigung von Menschen, die konservative Werte leben und ihr Land vor fremden Kultureinflüssen bewahren wollen. Ihre kritische Sichtweise tut Not in einer Zeit, in welcher auch die Medien fast ausnahmslos linke Positionen vertreten. Rechts zu sein ist keine Schande. Allerdings gibt es viele, die dies so darstellen wollen. Der Verfassungsschutz beobachtet die Identitären? Nur zu. Wir leben in einem Land, in welchem die freie Meinung das höchste Gut ist. Die Stigmatisierung von allem was rechts der neuen Mitte ist, führt zu autoritären Strukturen, zur Überwachung und zur Unfreiheit.
Antwort von Leonia, Mittwoch, 19.April, 15:01 Uhr anzeigen
Die Identitären sind unter anderem durchsetzt mit Kriminellen und Gewalttätern. Wenn Sie diese Leute für "Menschen, die konservative Werte leben und ihr Land vor fremden Kultureinflüssen bewahren wollen", halten, dann verharmlosen Sie diese rechtsextreme (nicht rechte) Bewegung.
Antwort von Truderinger, Mittwoch, 19.April, 15:08 Uhr anzeigen
Die Identitären sind nicht rechts der Mitte, sie sind der rechtsextreme Rand. Wer das nicht kapiert, ist einer von denen und somit ein Feind der Demokratie, dem alles zuzutrauen ist. Vor solchen Gestalten muss das Volk beschützt werden. Notfalls mit staatlicher Gewalt bis hin zu langjährigen Gefängnisstrafen!
Antwort von Ulrich, Mittwoch, 19.April, 15:37 Uhr anzeigen
Aha, "durchsetzt". Ab wann gilt denn eine Gruppe als zersetzt? Haben Sie da Zahlen? Oder ist das Bauchgefühl? Fakt ist, dass ich als Anhänger der Identitären jeden Extremismus ablehne, jedoch jede Form des politischen Widerstands im Rahmen der Gesetze befürworte. Wenn ich mit dieser Einstellung meinen Beitrag leisten kann, die Identitäre Bewegung zu verharmlosen, tue ich das gern. Warum sollten für die Identitären denn andere Rahmenbedingungen gelten als für Gruppierungen am linken Rand?
Isabell Speidel, Mittwoch, 19.April 2017, 14:22 Uhr
13. Ist das Ruinieren von Gegenständen und Geschäften schon integer?
Es ist komisch, dass in unserem Staat das demokratische Gleichgewicht aus des Fugen geraten ist und eine CSU sich nun auch vor sich hertreiben lässt und aus Angst vor der AfD ihre demokratischen Grundsätze einer rot-grünen Doppelmoral opfert.
Wer versucht, den Parteitag der drittstärksten demokratischen Partei zu verhindern?
Wer finanziert und organisiert den Auflauf von 50.000 Menschen?
Und vor allem, wo sind diese Leute, wenn es um wirkliche Probleme in diesem Land geht?
50.000 Menschen auf einer DEMO gegen Kinder- oder Altersarmut oder das total marode Gesundheitssystem, wären doch wesentlich sinnvoller?
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Antwort von Truderinger, Mittwoch, 19.April, 15:13 Uhr anzeigen
Sie meinen die stärkste rechtsextreme Partei, nehme ich an! Das demokratische Gleichgewicht ist nicht aus den Fugen geraten, dafür ist ihre AfD nämlich viel zu klein. Und bitte sparen Sie sich doch endlich mal diese lächerliche Mär vom bezahlten Demonstrat.
Antwort von Isabell Speidel, Mittwoch, 19.April, 15:22 Uhr anzeigen
Der Link zu dem Artikel in der "Rheinischen Post" wurde leider zensiert. Den können Sie sich googeln und alles andere auch über die bezahlten linksextremistischen und gewaltbereiten Demonstranten vor denen sogar der Kölner Polizeipräsident eindeutig warnt in Richtung SPD. GRÜNE und natürlich der Kommunisten.
Thomas, Mittwoch, 19.April 2017, 14:14 Uhr
12. AfD - Identitäre - Reichsbürger - Neo-Nazis
stecken irgendwie und sowieso unter einer ideologischen "Decke", die einen mehr in der "Mitte", die anderen mehr an den Rändern. Worte können mittlerweile nicht mehr zum Ausdruck bringen, wie sehr mir diese Leute zuwider sind und wie abgrundtief meine Verachtung für deren Gesinnung und Gebaren ist.
Es dürfte bei Beispielen wie diesem und anderen aus den beiden vergangenen Jahren für jeden der noch einen Funken humanitären Charakters in sich trägt mittlerweile unvertretbar sein diesen Leuten jedwede Unterstützung oder gar Zustimmung zu erteilen. Je mehr sich die AfD selbst entlarvt und je mehr sie vom Verfassungsschutz beobachtet wird, desto dünner wird der Schafspelz den sich diese Leute zugelegt haben. Wer sich dennoch und wider besseres Wissen mit denen einlässt, der ist nicht besser als die 63% der hier lebenden Türken die in Erdogans Referendum mit "Ja" gestimmt haben. Da gibt es so manche Gemeinsamkeiten zwischen diesen "Brüdern und Schwestern im Geiste".
Antwort von Ulrich, Mittwoch, 19.April, 14:55 Uhr anzeigen
Na, dann kultivieren Sie nur Ihren Hass. Sie werden dennoch mit dem Umstand leben müssen, von Menschen umgeben zu sein, die andere Werte teilen, als Sie. Fangen Sie schon mal an, an sich zu arbeiten: Erste Lektion: Es gibt nicht nur meine Meinung.
Antwort von Truderinger, Mittwoch, 19.April, 15:09 Uhr anzeigen
@Thomas: Völlig korrekt
@Ulrich: Hass spricht aus jedem einzelnen IHRER Worte. Lektion 1 für Sie: Rassismus ist keine Meinung, sondern ein VERBRECHEN! Und umgeben sind wir von Leuten wie Ihnen sicher nicht. Sie sind eine offenbar immer gefährlichere Minderheit!
Isabell Speidel, Mittwoch, 19.April 2017, 14:10 Uhr
11. Das ist die Nummer um diese Partei klein zu halten
Warum tauchen da einige SPD und Grünenpolitiker nicht auf, die Verfassungsfeinde unterstützen wie "Rote Hilfe" und andere gewaltbereite radikale linke Gruppierungen?
Antwort von Ulrich, Mittwoch, 19.April, 14:34 Uhr anzeigen
Weil das politisch aktuell nicht opportun ist. Die Feinde der Demokratie haben "Rechts" zu sein. Linke Extremisten sind indes zu vernachlässigen.
Antwort von Truderinger, Mittwoch, 19.April, 14:37 Uhr anzeigen
Ganz einfach: 1. Weil es nicht "einige" sind, sondern nur ganz wenige (ok, ich habe pi-news recherchiert!). 2. Weil sich die jeweiligen Parteien eindeutig davon gegen die Unterstützung dieses Vereines durch ihre Mitglieder positionieren. Die AfD hingegen schafft es nicht einmal, sich von jemandem zu trennen, der sogar laut eigener Parteispitze "Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus" aufweist. Was diese Partei klein hält, ist Gott sei Dank sie selbst! Sie ist mittlerweile dermaßen offen rechtsextrem, dass man auf beiden Augen blind sein muss, um das noch zu ignorieren. Kein Mensch mit Restanstand wählt diesen Haufen.
Antwort von Isabell Speidel, Mittwoch, 19.April, 15:25 Uhr anzeigen
@Truderinger
Die AfD halte ich für rechtskonservativ und sie hält die Positionen ein, die früher einmal der CDU eigen waren bevor sie ins Milieu der 68er und Rotlackierten.... gewechselt ist.
Die CSU steckt in der Sackgasse, da sie mit der Schwesterpartei einerseits den Kurs der CDU mittragen muss aber in Bayern rechtsstaatliche Politik betreibt die das Gesetz als oberste Priorität achtet während im Bund seit 2015 ein Gesetzesbruch nach dem Anderen vollzogen wurde. Seit heute steht für mich fest, dass ich die CSU nicht mehr wählen kann und der Artikel ist Werbung für die AfD !
Raymond, Mittwoch, 19.April 2017, 14:05 Uhr
10. mit aller Macht verhindern
sollte die AFD wirklich in den bayr. Landtag einziehen ? vermutlich das Ende der CSU Allein Politik ...das muss verhindert werden .....ob die Buerger in Bayern der selben Meinung sind ?
Antwort von Truderinger, Mittwoch, 19.April, 14:39 Uhr anzeigen
Die meisten Bürger in Bayern sind zumindest der Meinung, dass der Einmarsch der AfD in den bayrischen Landtag verhindert werden muss.
Antwort von Barbara, Mittwoch, 19.April, 14:58 Uhr anzeigen
Als Petra Kelly und Joschka Fischer an der Spitze der "Grünen" waren, hatte man auch so ähnlich geredet!