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Phobien und Paniken Leben mit Angststörungen

Angst kennen alle. Sie gehört zur emotionalen Grundausstattung des Menschen. Manchmal aber verselbständigt sich die Angst. Dann wird das Gefühl selbst zum Problem.

Von: Justina Schreiber

Stand: 06.10.2022 |Bildnachweis

Symbolbild: Verwackeltes Bild eines langen Ganges, den ein verängstigtes Kind entlanggeht. | Bild: picture-alliance/dpa

Das Zittern vor einer Prüfung. Die Furcht auf einem einsamen Weg. Angst kennen alle. Sie gehört zur emotionalen Grundausstattung des Menschen. Denn sie warnt uns vor Gefahren, vermeintlichen wie echten.

Experte:

Prof. Dr. Reinhart Schüppel, Chefarzt der Johannesbadklinik Furth im Wald

Ein Sinneseindruck oder ein Gedanke kann der Auslöser sein. Der Pulsschlag erhöht sich, kalter Schweiß bricht aus, im Bewusstsein macht sich Panik breit. Angst mobilisiert im Extremfall den ganzen Organismus. So wird eine Fluchtreaktion möglich. Dieser physiologische Mechanismus sichert das Überleben. Er ist tief im neurobiologischen System verankert. Manchmal aber verselbständigt sich die Angst. Dann wird das Gefühl selbst zum Problem.

Dem Text liegt ein Interview mit Prof. Reinhart Schüppel, Chefarzt der Johannesbad Fachklinik Furth im Wald, zugrunde.

Das Gefühl der Angst zu kennen, ist lebenswichtig. Wer sich nie fürchtet, überschätzt seine Kräfte schnell. Wer allerdings vor jeder Herausforderung kneift, blockiert sich selbst. Aber das richtige Maß lässt sich nicht so leicht definieren. Denn jeder Mensch ist anders. Was manche lockt, schreckt andere ab. Und wegen "Feigheit" wird niemand zum Arzt gehen. Da muss schon mehr zusammenkommen.

Angststörungen gehören noch vor Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. 15 bis 20 Prozent der Deutschen leiden im Laufe ihres Lebens an eigentlich behandlungsbedürftigen Panikattacken oder Phobien. Aber nicht jeder macht gleich eine Therapie. Viele versuchen erst einmal, die angstauslösenden Situationen zu vermeiden.