Bayern 2

     

radioWissen Überfischung und Bodenschätze

Ein gefangener Fischschwarm im Schleppernetz | Bild: picture alliance / Christoph Mohr

Donnerstag, 05.05.2022
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Überfischung
Wenn das Meer leer wird

Bodenschätze in der Tiefsee
Das Schürfen von Rohstoffen

Das Kalenderblatt
5.5.1809
Mary Kies erhält als erste Frau ein Patent
Von Katharina Hübel

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Überfischung - wenn das Meer leer wird
Autorin: Yvonne Maier / Regie: Kirsten Böttcher
Wer darf wie viel Fisch aus dem Meer nehmen? Über Fangquoten streiten sich Politiker aus der ganzen Welt regelmäßig, denn diese Frage trägt ihr Dilemma in sich: Die moderne Seefischerei ist so erfolgreich, dass sie zugleich ihr eigener Untergang ist. Seit dem 19. Jahrhundert fischt die Menschheit die Meere leer und zwar in einem atemberaubenden Tempo. Die Schiffe bleiben mittlerweile monatelang auf hoher See und erledigen alles an Bord: Fischen, verarbeiten, einfrieren. Was passiert aber mit einem komplexen Ökosystem wie dem Ozean, wenn all diese Fische verschwinden? Fische sind Nahrungsquelle für andere Lebewesen, ihr Kot ist Dünger für Pflanzen, größere Arten fressen kleinere oder Jungtiere. Wenn die Artenvielfalt an Speisefischen schwindet, leiden alle darunter, am Ende auch die Menschen.

Bodenschätze in der Tiefsee - das Schürfen von Rohstoffen
Autor: Thomas Kempe / Regie: Christiane Klenz
Der weltweite Hunger nach Rohstoffen - Metallen, Erzen und seltenen Erden - steigt und steigt. Um ihn zu stillen, wagt sich der Mensch immer weiter in unbekanntes Terrain vor. Denn tief in der See liegen tonnenweise ungehobene Schätze. Etwa in Form von Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfiden. Diese bieten Rohstoffe, die zum Beispiel wichtig sind für die Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus, Smartphones, Laptops oder E-Autos. Weltweit suchen Forschende nach einer Lösung, wie es gelingen kann, diese Schätze zu bergen, ohne dabei das fragile natürliche Gleichgewicht in der ohnehin weitgehend unbekannten Tiefsee zu sehr zu stören. Mitten im Pazifik, zwischen Mexiko und Hawaii, hat Deutschland beispielsweise Lizenzen für Manganknollengebiete erworben. Auf 75.000 Quadratkilometern. Derzeit wird hier untersucht, wie ein Abbau wirtschaftlich erfolgen kann, welches Gerät und welche Techniken man benötigt, um bis zu fünf Kilometer tief im Meer zu arbeiten. 2020 sollen Lizenzregeln für die Zukunft und Umwelt-Standards für den Rohstoffabbau in der Tiefsee festgelegt werden. Es werden aber kritische Stimmen laut, die bezweifeln, dass es überhaupt möglich ist, "umweltgerecht" in der Tiefsee zu schürfen. Auch die Frage, ob sich ein Abbau tief im Meer in jemals lohnen wird, ist bislang offen.
BR 2020

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Matthias Eggert

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