Mythos Schwabing Von der ersten Erwähnung bis zur Eingemeindung
Es ist wohl ein zugereister Schwabe, der sich in der Nähe der Isar niederlässt und hier das spätere Schwabing gründet. Im Jahre 782 taucht diese Siedlung unter dem Namen "Suuapinga" ("Siedlung eines Schwaben") erstmals in einer Urkunde auf, und zwar in einer Schenkungsurkunde für das Kloster Schäftlarn. Damit lässt sich zweifelsfrei belegen, dass Schwabing wesentlich älter ist als München, das im Jahre 1158 zum ersten Mal belegt werden kann.
Im Schatten der Residenzstadt
Doch das benachbarte München wächst rasant. 1255 wird es Herzogssitz und Anfang des 16. Jahrhunderts alleinige Hauptstadt Bayerns. Im Schatten der mächtigen Residenzstadt bleibt Schwabing ein Dorf aus Fischern und Milchbauern. Im 18. Jahrhundert entdecken die Bewohner Münchens dessen Charme. Angehörige des Dienstadels lassen sich kleine Landschlösser in Schwabing errichten. Den Auftakt macht 1718 das nach einem französischen Vorbild benannte Schlösschen "Suresnes", das von einem adeligen Kabinettssekretär des Kurfürsten Max Emanuel erbaut wird. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kann kein Dorf um München herum mit einer vergleichbaren Anzahl von adeligen Landhäusern aufwarten wie Schwabing. Selbst die bayerische Königsfamilie hat mit Schloss Biederstein seinen eigenen Landsitz in dem Dorf nördlich von München.
Eingemeindung
Im 19. Jahrhundert wandelt sich Schwabing von einem kleinen Dorf zu einem urbanen Vorort von München. Zum 1. Januar 1887 wird Schwabing sogar zur Stadt erhoben und darf fortan ein eigenes Stadtwappen führen, das aus zwölf goldenen Ähren auf azurblauem Grund besteht. Noch vor dem großen Nachbarn setzt die Stadt Schwabing auf eine elektrische Straßenbeleuchtung, während München noch von Gaslampen erhellt wird. Doch nur drei Jahre später wird Schwabing durch die bayerische Landeshauptstadt eingemeindet (20. November 1890).