Steigende Zahlen Immer mehr ausländische Studierende an den Unis
Die Internationalisierung der deutschen Hochschullandschaft schreitet weiter voran: Jeder neunte Studierende kommt mittlerweile aus dem Ausland. Entsprechend steigt das englischsprachige Angebot der Hochschulen.
An der Technischen Universität München studieren mehr als 40.000 junge Leute, mehr als jeder fünfte von ihnen ist aus dem Ausland.
Der Uni ist es recht, ihr Motto lautet: "Die besten Köpfe weltweit gewinnen."
Dafür müssen sie aber auch ihr Angebot darauf ausrichten: Bis 2030 sollen alle Veranstaltungen in Masterstudiengängen auf Englisch sein.
Unterschiedliche Lernniveaus
Mit den Studierenden aus dem Ausland kommen einige Herausforderungen: Sie bringen unterschiedliche Lernniveaus von zuhause mit, so dass Profs und Dozenten den Kurs erstmal auf ein einheitliches Level bringen müssen. Außerdem sollen sich die Gäste schnell integrieren. Das ist besonders für diejenigen schwierig, die keinen einzigen Kurs auf Deutsch haben und von vielen Kommilitonen umgeben sind, die in ihrer Muttersprache sprechen. Die TU München beispielsweise bietet daher ein wöchentliches "Sprachen-Café" an, bei dem meist um die hundert Studierende an Tischen zusammensitzen und in entspannter Atmosphäre außerhalb der regulären Uni-Kurse in verschiedenen Sprachen miteinander plaudern – vor allem aber natürlich auf Deutsch.
Profit für Deutschland
Natürlich bergen die ausländischen Studierenden auch viele Chancen: Die deutschen Studenten profitieren von internationalen Kontakten genauso wie die Hochschulen. Es gibt viele Sprachpartner, denn eine weitere Sprache zu sprechen ist immer von Vorteil. Und auch für Deutschland hat es viele Vorteile, denn es kommen Fachkräfte ins Land.
"Studien zeigen, dass wir im Jahre 2030 ein Defizit von acht Millionen Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben werden – und zwar vor allem hochqualifizierte Leute. Also müssen wir internationale Talente anwerben, sonst werden die ihre Jobs außerhalb von Deutschland finden."
Prof. Dr. Hana Milanov, Vizepräsidentin Intern. Allianzen und Alumni, TU München
Laut einer Umfrage des DAAD möchte über die Hälfte der internationalen Studierenden nach dem Abschluss in Deutschland bleiben und hier arbeiten. Aber was ist mit denen, die das Land nach ihrer guten und teuren Ausbildung wieder verlassen? Ist das kein Problem?
"Ein Problem für wen? Das ist die Frage. Sie bekommen eine großartige Ausbildung, haben gute Erinnerungen an Deutschland und werden Teil unseres internationalen Netzwerks. Das ist nicht zu unterschätzen. Und bei der Hälfte, die bleibt, müssen wir auch daran denken, was diese Leute schon an Ausbildung in anderen Ländern genossen haben, die wir 'umsonst' kriegen. Diese Leute wurden schon jahrelang ausgebildet, bevor sie zu uns kamen."
Prof. Dr. Hana Milanov, Vizepräsidentin Intern. Allianzen und Alumni, TU München