Ersthelfer-Apps Diese Apps retten Leben
Schnellere Hilfe im Notfall: Über Apps wie Mobile Retter oder "Region der Lebensretter" werden bei einem Notfall verfügbare Ersthelfer in der Nähe aktiviert. Die sind oft schneller als die Einsatzkräfte vor Ort, das rettet Leben.
Neun Minuten brauchen Rettungsdienste im Durchschnitt, bis sie in Deutschland bei einem Notfall vor Ort sind. Diese Zeit überbrücken immer häufiger mobile Retter. Das sind medizinisch qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer, die sich vorher in einer Ersthelfer-App registriert haben, in der Nähe sind und parallel zum Rettungsteam alarmiert werden. Bei Herzinfarkten oder Herz-Kreislauf-Stillständen können dadurch mehr Menschen gerettet werden. Denn der Zeitpunkt, wann mit der Herzdruckmassage begonnen wird, kann entscheiden, ob der Patient oder die Patientin überlebt oder nicht. "Wird der Kreislauf durch die Wiederbelebung nicht minimal aufrechterhalten und somit das Gehirn weiterhin mit Sauerstoff versorgt, kommt es bereits nach drei bis fünf Minuten zu unwiderruflichen Hirnschäden", so die Deutsche Herzstiftung.
Heiko Hübner von der integrierten Leitstelle in Kempten erklärt, warum Schnelligkeit bei einem Herz-Kreislaufstillstand so wichtig ist: "Je schneller es geht, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Patient ohne bleibende Schäden aus so einer Situation herauskommt. Und wenn Sie sich überlegen, dass in Ihrer direkten Nachbarschaft ein Patient einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet und der Ersthelfer vielleicht nur eine bis zwei Minuten braucht, weil er unmittelbar nebendran wohnt, und sofort die richtige Maßnahmen ergreifen kann, dann sind wir innerhalb der drei Minuten."
Wie funktionieren die Ersthelfer-Apps
Wenn ein Herz-Kreislaufstillstand in der Leitstelle gemeldet wird, werden über die jeweilige App im besten Falle vier Retter oder Retterinnen in der unmittelbaren Nähe alarmiert. Wenn sie den Notruf auf ihrem Smartphone annehmen, werden zwei zu einem AED, einem Automatisierten Externen Defibrillator, geschickt, um diesen zu dem Patienten oder der Patientin zu bringen, zwei andere werden direkt zu dem Patienten oder der Patientin geschickt und können sich bei der kräftezehrenden Herz-Druck-Massage abwechseln. Wie Sie so eine Herzdruckmassage machen, sehen Sie oben in unserem Video.
Ersthelfer-Apps in Bayern
Es gibt verschiedene Apps, die in Bayern eingesetzt werden.
In Bayern sind in folgenden Regionen mobile Retterinnen und Retter unterwegs:
App "Mobile Retter"
- Ingolstadt
- Landsberg am Lech
- München
- Regensburg
- Straubing
- Neumarkt
Hier können Sie sich registrieren: Mobile Retter App.
App "Region der Lebensretter"
- Nördliche Oberpfalz
- Nürnberger Land
- Fürth
- Erlangen
- Allgäu
- Donau-Iller (mit Memmingen)
- Demnächst auch Coburg, Nürnberg und Augsburg
So können Sie sich für Region der Lebensretter registrieren.
TEAM BAYERN Lebensretter
Eine Initiative von BAYERN 3 und dem Bayerischen Roten Kreuz.
- Landkreis Bayreuth
- Landkreis Kulmbach
- Schwabach
- Landkreis Roth
- Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Hier finden Sie mehr Informationen zum TEAM BAYERN Lebensretter
Wer Retter oder Retterin werden kann
Diese Menschen können sich zum Beispiel als mobiler Retter oder mobile Retterin bei den Apps registrieren lassen:
- Angehörige von Hilfsorganisationen,DLRG, THW oder dem Sanitätsdienst der Bundeswehr,
- Ärztinnen, Ärzte,
- Rettungsdienstler,
- Feuerwehrleute,
- Gesundheits- und Krankenpflegerinnen oder Krankenpfleger.
Haben Sie schon mal einen Notfall erlebt und waren dankbar für schnelle Hilfe? Erzählen Sie uns davon, gerne hier in den Kommentaren oder schicken Sie uns eine Sprachnachricht unter +49 151 19589000. Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, geben Sie uns gerne eine Sternebewertung.
Sie bekommen alle Service-Tipps von Bayern 1 immer direkt auf Ihr Handy, wenn Sie unseren BAYERN 1 WhatsApp Kanal unter diesem Link abonnieren: https://whatsapp.com/channel/0029VaHO1q96WaKjXpZjS73K
In dieser Folge des Bayern 1 Podcast die Blaue Couch erzählt Falk Stirkat über seinen Alltag als Notarzt und sein Buch "Ich kam, sah und intubierte".
Kommentieren