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Darmkrebs Frühe Erkennung ist entscheidend

Ein intakter Darm ist für einen gesunden Körper unabdingbar. Umso wichtiger ist es, regelmäßig die Gesundheit des eigenen Darms überprüfen zu lassen.

Von: Max Tenschert

Stand: 29.03.2022 |Bildnachweis

Straßenschild "Achtung" mit stilisiertem Darm im Bauchraum eines Menschen | Bild: colourbox.com

Ein intakter Darm ist für einen gesunden Körper unabdingbar. Umso wichtiger ist es, regelmäßig die Gesundheit des eigenen Darms überprüfen zu lassen. Diese regelmäßigen Untersuchungen sind insbesondere zur Vorbeugung von Darmkrebs wichtig, da dieser sonst nur im fortgeschrittenen Stadium festgestellt und behandelt werden kann.

Experte:

PD Dr. med. Florian Kühn, Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Transplantationschirurgie des Klinikums der Universität München; Facharzt für Viszeralchirurgie und Leiter des Darmkrebszentrums am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München

Am häufigsten tritt Darmkrebs im Bereich des Dickdarms auf. Oft entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Vorstufen, die mit der Zeit allerdings zu bösartigen Tumoren werden können. Auch wenn sich Darmkrebs, verglichen mit anderen Krebserkrankungen, langsam entwickelt, ist eine frühe Diagnose und Behandlung sowie eine regelmäßige Vorsorge wichtig.

Darmkrebs ist in Deutschland mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und Männern.

Dem Text liegt ein Interview mit PD Dr. med. Florian Kühn, Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Transplantationschirurgie des Klinikums der Universität München; Facharzt für Viszeralchirurgie und Leiter des Darmkrebszentrums am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München, zugrunde.

In den häufigsten Fällen entstehen zuerst sogenannte Dickdarmadenome, die Geschwulste innerhalb des Dickdarms darstellen. Diese gutartigen Vorstufen können aber nach einiger Zeit und durch mehrere genetische Veränderungen zu bösartigen Tumoren werden.

In 95 Prozent der Fälle handelt es sich bei Darmkrebserkrankungen um erworbene Mutationen, die mit der Zeit im Darm entstehen. Darüber hinaus stellen fünf Prozent der Darmkrebserkrankungen vererbte Erkrankungen dar, die durch genetische Vorbelastungen entstehen.

Klassische Risikofaktoren

Die Entstehung von Darmkrebs kann durch Übergewicht begünstigt werden. Darüber hinaus kann auch der Konsum von Alkohol und Tabak als Genussmittel sowie ein Mangel an Bewegung zur Entstehung von Darmkrebs beitragen.

Ernährung als Risikofaktor

Eine ballaststoffarme und fettreiche Ernährung kann ebenfalls die Entstehung von Darmkrebs begünstigen. Außerdem kann auch ein übermäßiger Konsum von Fleisch, insbesondere von "rotem" Fleisch, sowie eine kalorienreiche Ernährung die Entstehung von Darmkrebs beeinflussen.

Alter als Risikofaktor

Auch das Alter spielt bei Darmkrebserkrankungen eine Rolle. Demnach steigt ab dem 50. Lebensjahr das Darmkrebsrisiko deutlich an. "Zirka 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen treten bei PatientInnen ab dem 50. Lebensjahr auf", erklärt Dr. Florian Kühn. Aus diesem Grund übernehmen die Krankenkassen bei PatientInnen ab 50 die Vorsorgeuntersuchung. Dennoch kann Darmkrebs auch bei jüngeren PatientInnen auftreten.







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