Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft in große Unruhe und Angst versetzt. Nun ist es schon drei Jahre her, seit der erste Fall einer Corona-Erkrankung in Deutschland aufgetreten ist. Seitdem hat sich das Leben in Deutschland verändert - und damit die Umgangsformen.
Distanz-Zonen und dem Gegenüber Raum lassen
Die Augsburgerin Susanne Erdmann, Expertin für Etikette und Mitglied im Vorstand der Deutschen-Knigge-Gesellschaft, hat im BR-Studio Schwaben erklärt, dass mit der Pandemie die Sensibilität vieler Menschen gestiegen sei. Ihren Beobachtungen zufolge gingen sie nun achtsamer miteinander um. Das zeige sich beispielsweise an der Supermarktkasse oder beim Einsteigen in Bus und Bahn, wo nun mehr Abstand zu anderen Kundinnen und Kunden eingehalten werde. "Der Radius, den man einfach braucht, um sich wohler zu fühlen, ist größer geworden und wird jetzt eher respektiert,“ so die Benimm-Expertin. So seien wieder – wenn möglich – auch nach den alten Knigge-Ratschlägen, eineinhalb oder zwei Meter Abstand einzuhalten, insbesondere im öffentlichen Bereich.
Hand geben - kein Muss, aber möglich
Dass sich Menschen zur Begrüßung die Hand geben, das sei der Etikette-Expertin zufolge nun wieder erlaubt. Wer dennoch Angst vor Ansteckung habe und die Hand seines gegenüber nicht drücken wolle, der begehe keinen Affront mehr, der beleidige den anderen nicht, so wie das vor der Pandemie oft gesehen worden sei. Darüber hinaus gebe es Menschen, die ungern berührt werden möchten. Die auch keine Umarmung haben wollten. Das werde nun eher respektiert.
"Schau mir in die Augen…": Blick sagt mehr als tausend Worte
Seit der Pandemie, seit dem Tragen von Masken, wird in Deutschland mehr Wert auf direkten, freundlichen Blickkontakt gelegt. "Die Augen sind ein sehr wichtiges Kommunikations-Instrument, mit Blicken können wir sprechen, das haben wir lange Zeit vergessen," so Erdmann. Jemanden zur Begrüßung anzuschauen, sei damit noch wichtiger geworden als vor Corona, sagt die Augsburger Expertin für Etikette.
Neue Knigge-Regeln können Leben retten
Was sich außerdem verändert hat: die Menschen waschen sich wieder regelmäßiger und gründlicher die Hände und Niesen in die Armbeuge. Alles andere gilt seit Ausbruch der Pandemie als rücksichtslos, denn – auch Medizinern zufolge – kann die richtige Nies- und Händewasch-Etikette im Zweifel Leben retten - wenn nämlich Ansteckungen mit schwerwiegenden Krankheiten verhindert wird.
- Zum Artikel: Corona: Das haben Masken und Maskenpflicht gebracht
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