Die FC Bayern Frauen im Mannschaftskreis
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FC-Bayern-Frauen: Weit weg von Europas Spitze

FC-Bayern-Frauen: Weit weg von Europas Spitze

Das Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Olympique Lyon offenbarte einen Klassen-Unterschied. Die Müncherinnen hecheln derzeit der europäischen Spitze hinterher - und stehen damit symptomatisch für den deutschen Frauenfußball.

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Am Mittwochabend waren die FC Bayern Frauen wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Die Münchnerinnen hatten immer wieder betont, dass sie die Champions League gewinnen möchten, endlich in die Riege der europäischen Topteams vorstoßen wollen. Mit Olympique Lyon hatte der FC Bayern ein solches im Viertelfinale vor sich.

Der Traum vom Champions-League-Sieg bleibt

Die ernüchternde Bilanz aus zwei Spielen: Die Französinnen gewannen mit 6:1. Ein Ergebnis, das auch in dieser Höhe die Kräfteverhältnisse auf dem Platz widerspiegelt. Insgesamt konnten die Münchnerinnen gute 45 Minuten mit Olympique Lyon mithalten. In der restlichen Zeit offenbarte sich der Größenunterschied.

"Dass es wieder nicht gereicht hat, tut sehr, sehr weh, weil man in Phasen gesehen hat, dass wir mithalten können", erklärte Klara Bühl nach dem Abpfiff. Aber Phasen reichen einfach nicht, für die großen Ziele, die Bühl erneut wiederholte: "Wir sind sehr, sehr ehrgeizig. Unser Anspruch ist es, ins Halbfinale beziehungsweise ins Finale zu kommen."

Deutscher Frauenfußball: Die alte Dominanz ist lange her

Mit spektakulären Transfers hatten die Münchnerinnen sich in den letzten Jahren verstärkt. Mit Lena Oberdorf, Magdalena Eriksson und natürlich Pernille Harder konnte man große Namen an die Isar lotsen und Leistungsträgerinnen wie Klara Bühl und Giulia Gwinn halten. Das hat den FCB auf ein neues Level gehoben. Doch das reicht aktuell nur für die Bundesliga. Dort haben es die Münchnerinnen geschafft, die Vorherrschaft des VfL Wolfsburg zu durchbrechen und sich als neuen Ligakrösus zu etablieren, sind auf dem besten Weg, die vierte Meisterschaft in fünf Jahren zu gewinnen.

Das Abschneiden des FC Bayern in der Champions League wirkt symptomatisch für den deutschen Frauenfußball als Ganzes. Die letzte deutsche Mannschaft, die in der Königsklasse erfolgreich war, war ein Verein, der in dieser Form nicht mehr existiert: der 1. FFC Frankfurt im Jahr 2015. Es war ungefähr zu dieser Zeit, in der der deutsche Frauenfußball nach jahrelanger Dominanz den Anschluss verlor.

Eng damit verknüpft ist übrigens die Nationalmannschaft: Bei Europameisterschaften - von 1989 bis 2013 gewann am Ende fast immer Deutschland - wartet man seit zwölf Jahren auf einen Titel. Nach den WM-Siegen 2003 und 2007 und dem Halbfinal-Einzug 2015 spielte die DFB-Auswahl keine erfolgreiche Weltmeisterschaft mehr.

Finanzielle Unterschiede zwischen Bundesliga und Europas Spitze

Olympique Lyon zahlt laut "L'Equipe" ihren Spitzenverdienerinnen etwa das Dreifache an Gehalt, was die bestbezahlten Bundesliga-Fußballerinnen bekommen. Das Durchschnittsgehalt von Lyon entspricht dem Top-Verdienst der FC-Bayern-Spielerinnen. Das ist nur möglich, da Investorin Michele Kang den Verein mit viel Geld zu dem aufgebaut hat, was er ist. Besonders in Breite des Kaders spielt Lyon in einer anderen Liga als der FCB. Weltklassespielerinnen wie Sara Däbritz, Ada Hegerberg und Eugénie Le Sommer saßen zum Anpfiff nur auf der Bank.

Die Münchnerinnen können gegen Lyon Ausfälle wie die von Oberdorf, Georgia Stanway und Kapitänin Glodis Viggosdottir einfach nicht auffangen. Das wäre nur mit großen Investitionen möglich. Zwar hat sich dort in der Frauenbundesliga in den letzten Jahren viel getan, vor allen Dingen durch die stärkere Anbindung der Frauenmannschaften an Vereine, die auch in der Männerbundesliga zu Topmannschaften zählen. Doch die Investitionen von Lyon, Barcelona oder der englischen Profiliga Women's Super League, kann oder möchte man in München, Wolfsburg oder Frankfurt nicht mitgehen.

Viel Hoffnung für die Zukunft des deutschen Frauenfußballs

Aussichtslos ist die Situation aber sicherlich nicht. In der EM 2022 konnte die DFB-Elf wieder ins Finale einziehen. Und die Münchnerinnen zeigten in der Gruppenphase der Champions League mit eindrucksvollen Siegen gegen den FC Arsenal und Juventus Turin, dass sie sich durchaus auf dem richtigen Weg befinden. "Es gilt jetzt, weiter dran zu glauben, weiter dran zu arbeiten, als Team zusammenzuwachsen. Und im Bestfall im nächsten Jahr noch einen draufzulegen", sagt Klara Bühl.

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