Plakat der Zentralen Rückkehrberatung (ZRB)
Bildrechte: Patricia Reichel/BR
Videobeitrag

Zentrale Rückkehrberatung (ZRB)

Videobeitrag
>

Migration: Wie freiwillige Rückkehrer unterstützt werden

Migration: Wie freiwillige Rückkehrer unterstützt werden

Wenn Migrantinnen und Migranten zurück in ihre Heimat möchten, können sie Hilfe bei der Zentralen Rückkehrberatung bekommen. Auch in Nürnberg gibt es solch eine Beratungsstelle für freiwillige Rückkehrer. Die Zahl der Anfragen steigt.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Migrantinnen und Migranten in Bayern, die in ihre Heimat zurückkehren möchten, und das aus eigener Kraft nicht schaffen, können sich an die Zentrale Rückkehrberatung (ZRB) wenden. In der Nürnberger Beratungsstelle der ZRB haben sich im vergangenen Jahr über 3.000 ausreisewillige Menschen Hilfe geholt; Tendenz steigend.

Wenn Migranten zurück in die Heimat möchten

Falsche Hoffnungen, schlechte Jobaussichten, Sprachprobleme, Heimweh – die Gründe, warum Migrantinnen und Migranten freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, sind vielfältig, weiß Tatjana Groß von der ZRB in Nürnberg. Ihr gegenüber im Beratungsraum sitzen Abidad und ihr Sohn Hassan aus Abchasien im Kaukasus. Sie waren 2023 nach Deutschland geflüchtet. Ihre Bleibeperspektive ist schlecht.

Sie möchten zurück nach Hause. Bei diesem Schritt hilft ihnen Tatjana Groß, entwickelt Perspektiven, damit der Neustart in der alten Heimat gelingt. "Wir beraten ergebnisoffen und drängen niemanden zur Rückkehr", sagt sie. Die Beratung sei immer individuell und habe zum Ziel, dass die Menschen zurückkehren und dass das auch nachhaltig ist. Sie sollen in ihrer Heimat eine Chance bekommen, neu Fuß zu fassen.

Geld für die freiwillige Rückkehr

Für die Rückkehr ins Heimaltland fehlt den meisten Migrantinnen und Migranten das Geld. Deshalb kümmert sich Rückkehr-Beraterin Tatjana Groß zum Beispiel um die Bewilligung der Mittel für Abidads und Hassans Ausreise. Der Bund fördert freiwillige Rückkehrer mit einem speziellen Programm. Auch der Freistaat zahlt eine Prämie für die freiwillige Ausreise. Beide Prämien zusammen umfassen das Flugticket plus Reise- und Starthilfen im Heimatland. Maximal kommen 3.500 Euro zusammen. Das sei immer noch günstiger als eine Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, argumentiert das ZRB. Diese wäre unterm Strich teurer, was am großen Polizei- und Behördenaufwand liege.

Die Rückkehr-Hilfen gibt es nur einmal. Wer sie in Anspruch nimmt und dennoch eines Tages wieder nach Deutschland kommt und einen Asylantrag stellt, muss das Geld zurückzahlen. Den rund 3.000 abgeschobenen Migrantinnen und Migranten im Jahr 2024 stehen ebenso viele freiwillige Rückkehrer gegenüber.

Lange Warteliste für Menschen aus Syrien

Seit dem Sturz des Assad-Regimes suchten immer mehr Menschen aus Syrien die Beratungsstelle auf, so die Landeskoordinatorin der ZRB, Martina Sommer: "Unsere Arbeit ist stark abhängig von der politischen Gesamtlage weltweit. (...) Sofort nach dem Sturz von Assad hatten wir die ersten Anfragen von Syrern, die zurückkehren wollen." Inzwischen ist das Angebot so begehrt, dass die Beratungsstelle erstmals eine Warteliste einrichten musste.

Heimkehrer schicken Grüße

Hinter dem Schreibtisch von Tatjana Groß im ZRB hängen Mails und Bilder von Migrantinnen und Migranten, die es mit ihrer Hilfe geschafft haben, in der alten Heimat neu zu starten. Sie resümiert: "Zufrieden bin ich, wenn meine Klienten zurückkehren und dann auch relativ zeitnah schreiben: Es ist richtig toll, ich bereue das nicht."

Mit dem Startgeld aus Deutschland habe sich mancher ein Taxi-Unternehmen, einen Friseursalon oder einen kleinen Lebensmittelhandel aufgebaut. Ein Mann aus Afrika habe sogar seinen Kleider-Shop nach seiner Beraterin benannt, erzählt Tatjana Groß.

Die Zentrale Rückkehrberatung für Flüchtlinge in Nordbayern wird von der AWO und dem BRK Nürnberg organisiert und von der EU und der Stadt Nürnberg finanziert.

European Broadcasting Union (EBU)

Ich möchte eingebundene Inhalte von der European Broadcasting Union (EBU) in BR24 sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) an die EBU übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in den Datenschutzeinstellungen geändert werden. Falls Sie einen Ad-Blocker verwenden, müssen Sie dort ggf. BR.de als Ausnahme hinzufügen, damit die Datenschutzeinstellungen angezeigt werden können.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!