ARCHIV (31.03.2015) Frankreich, Seyne-les-Alpes: Auf diesem Foto vom 31. März 2015, das vom französischen Innenministerium zur Verfügung gestellt wurde, arbeiten französische Rettungskräfte zwischen den Trümmern des Germanwings-Passagierjets an der Absturzstelle in der Nähe von Seyne-les-Alpes, Frankreich.
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Zehnter Jahrestag Germanwings-Absturz

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Zehn Jahre nach Germanwings-Absturz: Gedenken, Gebete, Blumen

Zehn Jahre nach Germanwings-Absturz: Gedenken, Gebete, Blumen

Zehn Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen haben Angehörige heute der Toten gedacht. Laut Ermittlungen hatte der psychisch kranke Copilot den Airbus absichtlich zum Absturz gebracht.

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Es war ein Unglück, das fassungslos gemacht hat: Zehn Jahre ist es her, dass der Germanwings-Flug 9525 mit 150 Menschen an Bord in den französischen Hochalpen abgestürzt ist. Die Maschine war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Nach Überzeugung der Ermittler führte der psychisch kranke Copilot den Absturz absichtlich herbei, um sich das Leben zu nehmen.

Zum Artikel von tagesschau.de: Ein Schmerz, den auch die Zeit nicht lindern kann

Haltern gedenkt der Opfer

Mit Blumen und Gebeten erinnerten heute Menschen in Deutschland und in Frankreich an das Unglück. Die größte Gedenkveranstaltung gab es in Haltern am See im Norden des Ruhrgebiets. Von dort stammt eine Gruppe von 16 Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrerinnen, die in der Unglücksmaschine saßen. Insgesamt verloren 72 Deutsche bei dem Absturz ihr Leben. "Wir gedenken unserer Gestorbenen, denn sie gehören zu unserer Gemeinschaft", sagte der heutige Schulleiter Christian Krahl, der die 18 Namen der Unglücksopfer vortrug. Zur Uhrzeit des Absturzes um 10.41 Uhr wurde eine Schweigeminute eingelegt und die Kirchenglocken läuteten.

Schweigeminute zum Zeitpunkt des Absturzes

An der Absturzstelle in den französischen Alpen kamen am Jahrestag die engsten Angehörigen zusammen. Zur Gedenkfeier versammelten sich mehrere hundert Menschen, unter ihnen die deutsche Vize-Konsulin und ein Vertreter der Muttergesellschaft Lufthansa. Nach einem offiziellen Teil auf dem Friedhof in Le Vernet gab es anschließend eine Trauerfeier für die Angehörigen unter Ausschluss der Medien. Um 10.41 Uhr, dem Zeitpunkt des Absturzes am 24. März 2015, wurde auch dort eine Schweigeminute abgehalten. Auch vor Ort in Frankreich hat sich der Schrecken für immer ins Gedächtnis gebrannt.

Früherer Bürgermeister: "Der Beginn eines Alptraums"

Dort, wo die Maschine im Gebirge zerschellte, auf dem Gebiet der kleinen Gemeinde Prads-Haute-Bléone, sprach der damalige Bürgermeister Bernard Bartolini über den Moment, als er über das Unglück informiert wurde. "Als ich erfuhr, dass es sich um einen Airbus A320 handelt, war das der Beginn eines Alptraums", sagte er dem Sender Alpes 1. "Für einen Bürgermeister ist es eine Apokalypse, eine Katastrophe dieses Ausmaßes bewältigen zu müssen. Zum Glück hatten wir unsere Bevölkerung, die ihr Herz und ihre Türen für die Familien weit geöffnet hat", sagte er mit Blick auf die Unterstützung der Angehörigen der Opfer.

Narbe hat sich nicht geschlossen

"Wir haben das Grauen in unserer Nähe gesehen. Ich kann es immer noch nicht erzählen, so unaussprechlich ist es", meinte Bartolini zu seinen Eindrücken vom Absturzort. "Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man nicht mehr vergessen kann. Und man hat alles getan, um nicht zu vergessen." Die Narbe, die durch den Absturz entstanden sei, habe sich nicht geschlossen. "Sie ist ein Hauptelement, das mein Leben im Allgemeinen und das Leben als Bürgermeister geprägt hat."

Regionalbeamtin Sandra Cortini-Connors, die nach dem Absturz im öffentlichen Krisenzentrum des Departements Alpes-de-Haute-Provence im Einsatz war, weiß noch, dass es viele Hilfsangebote aus der Bevölkerung gab. "Ich erinnere mich an eine Familie, die anrief, um ein freies Zimmer in ihrem kleinen Haus anzubieten, obwohl sie nur sehr wenig Platz hatte." Neben einem Quartier hätten Menschen auch ihre Dolmetscherdienste angeboten, um die Kommunikation zwischen den Behörden und den Familien der Opfer 18 verschiedener Nationalitäten zu erleichtern.

Kampfjet-Pilot schildert Eindruck von Absturzstelle

Gegenüber dem Sender France Info äußerte sich erstmals auch der Pilot des Kampfjets, der zur Suche nach dem vom Radar verschwundenen Airbus aufgestiegen war. "Was ich sah, war überhaupt nicht das, was ich gesucht hatte. Das Wrack des Flugzeugs gab es nicht wirklich, denn es war in den Hügel gekracht", sagte er zum Ausmaß der Zerstörung. Dass es bei dem guten Wetter zu dem Unglück kommen konnte, sei für ihn zunächst unverständlich gewesen. 

Mit Informationen von dpa und AFP

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Im Video: Zehn Jahre nach Germanwings-Absturz wird der Toten gedacht

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