Nach dem Wegfall von Corona-Beschränkungen spielte Mobilität in diesem Jahr wieder eine größere Rolle. Trotz hoher Spritpreise sei der Individualverkehr auf deutschen Straßen um rund fünf Prozent gestiegen, so der ADAC. Dabei verlaufe der Umstieg auf E-Mobilität noch viel zu langsam.
ADAC: Teuerstes Tankjahr und hohe Neuwagenpreise
Obwohl sich die Rahmenbedingungen für Autofahrer deutlich verschlechtert hätten, sei 2022 das Verkehrsaufkommen weiter gestiegen. Der ADAC rechnet aber erst im übernächsten Jahr wieder mit dem Stand von 2019. Derzeit würden vor allem die sehr hohen Sprit- und Neuwagenpreise Verbraucher belasten. 2022 sei das teuerste Tankjahr aller Zeiten gewesen. Und in den vergangenen fünf Jahren stiegen nach ADAC-Angaben auch die Neuwagenpreise ganz erheblich.
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Vor allem Kleinwagen deutlich teurer
Besonders drastisch war der Anstieg bei Kleinst- und Kleinwagen. Hier lagen die Zuwächse bei 47,2 bzw. 31,7 Prozent. Fahrzeuge der Oberklasse legten dagegen nur um 11,4 Prozent zu. Eine ganz ungünstige Entwicklung sei das, so der ADAC. Auch weil sie die Verbreitung klimafreundlicher E-Autos bremse. Viele könnten sich neue Fahrzeuge nicht mehr leisten.
"Klimaschutz größte Herausforderung"
Besseren Klimaschutz auf deutschen Straßen sieht der ADAC zurzeit als die größte Herausforderung an. Die E-Mobilität komme zu langsam voran. Auch in diesem Jahr rechnet der ADAC deshalb mit steigenden CO2-Emissionen durch den Verkehr. Autofahrer würden nicht nur ihre PKW wieder vermehrt nutzen, sondern zugleich immer noch zu selten auf E-Autos umsteigen. ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze fordert von den Herstellern ein besseres Angebot bezahlbarer E-Fahrzeugmodelle. Sie sollten sich aus dem Kleinst- und Kleinwagensegment nicht verabschieden. Aufgrund besserer Margen würden sich zu viele Hersteller auf den Verkauf teurer Premiummodelle konzentrieren.
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E-Auto-Ziele in weiter Ferne
Damit E-Mobilität in der Breite Realität werde, sei auch ein deutlich schnellerer Ausbau der Lade-Infrastruktur erforderlich. Um das Ziel von 15 Millionen E-Pkw bis 2030 zu erreichen, müssten nach ADAC Angaben jährlich 1,75 Millionen E-Fahrzeuge neu zugelassen werden. In diesem Jahr seien es jedoch nur rund 400.000.
Hohe Strompreise seien für die gewünschte Entwicklung der E-Mobilität ebenso ein Problem wie das Abschmelzen der E-Autoförderung. Die Unsicherheit der Verbraucher gefährde den Antriebswechsel. Weil bei Käufern von E-Fahrzeugen der Stromverbrauch erheblich ansteige, sei die Strompreisbremse ein gutes Signal.
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