Der Schweizer Ort Brienz mit dem Schuttberg im Hintergrund
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Brienz wird erneut evakuiert - die rund 90 Einwohner müssen das Bergdorf im Kanton Graubünden auf unbestimmte Zeit verlassen.

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Steinlawine bedroht Schweizer Ort - Brienz geräumt

Steinlawine bedroht Schweizer Ort - Brienz geräumt

Zum zweiten Mal innerhalb von eineinhalb Jahren ist der Schweizer Ort Brienz geräumt worden. Die rund 90 Bewohner des Dorfes mussten auf unbestimmte Zeit ihre Häuser verlassen. 1,2 Millionen Kubikmeter Felsschutt drohen das Dorf zu begraben.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Ein riesiger Schutt- und Steinstrom droht ein ganzes Schweizer Dorf mitzureißen, deshalb haben die rund 80 Einwohner ihre Heimat nun verlassen müssen. Die Behörden hatten den Menschen in Brienz im Kanton Graubünden eine Frist bis Sonntagmittag gesetzt. Nach einem letzten Kontrollgang teilten die Behörden am Nachmittag mit, dass alle Häuser leer seien. "Die Evakuierten müssen sich darauf einstellen, dass es mehrere Monate dauern wird, bis sie ihr Dorf wieder bewohnen können."

1,2 Millionen Kubikmeter Felsschutt bedrohen Brienz

Das Vieh der Bauern sowie ein gut 500 Jahre alter spätgotischer Altar der Kirche wurden in Sicherheit gebracht. Die Bewohner kamen bei Verwandten oder in zur Verfügung gestellten Ferienwohnungen in der Region unter.

Seit Wochen bewegt sich am Berg hinter dem Dorf eine Geröllmasse mit zunehmender Geschwindigkeit abwärts. Das Geschiebe könnte sich aber auch gänzlich vom Untergrund losreißen und in das Tal donnern. Der Umfang wird auf rund 1,2 Millionen Kubikmeter geschätzt. 

Zweite Evakuierung innerhalb von eineinhalb Jahren

Etwas Ähnliches passierte bereits im vergangenen Jahr. Die Behörden hatten das Dorf vor eineinhalb Jahren schon einmal räumen lassen, weil ein riesiger Felsabbruch am Hang oberhalb des Dorfes drohte. Die Menschen harrten Wochen in anderen Unterkünften aus, ehe in einer Juni-Nacht tatsächlich eine Steinlawine mit rund 1,7 Millionen Kubikmeter Gestein in das Tal stürzte. Wiesen und eine Straße wurden meterhoch unter Schutt begraben. Der Strom stoppte aber wie durch ein Wunder wenige Meter vor einem Haus. Viel Gestein blieb damals allerdings auch lose im Hang liegen. Das bewegt sich nun. 

Ob und wann der Schutt abgeht, ist offen

Wann das Gestein abgeht, können Geologen nicht voraussagen. Es könnte Monate dauern. "Das wahrscheinlichste Szenario ist im Moment, dass gar nichts passiert", sagte Geologe Andreas Huwiler, Bereichsleiter Naturgefahren und Schutzbauten beim Amt für Wald und Naturgefahren in Graubünden, der "Neuen Zürcher Zeitung". Der Schutt am Hang könne sich auch wieder stabilisieren oder nur sehr langsam weiter abgleiten.

Mit Material von dpa.

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