Russische Athletinnen und Athleten werden trotz des Angriffskriegs in der Ukraine wohl an den Paralympics 2024 in Paris teilnehmen können - allerdings nur unter neutraler Flagge.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Christophe Ena

Archivbild Frankreich, Paris: Das Logo der Paralympics 2024 in Paris ist vor dem Rathaus in Paris aufgestellt.

Per Mail sharen
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

Russische Sportler jetzt doch bei Paralympics in Paris dabei

Das Internationale Paralympische Komitee hebt den Komplett-Ausschluss auf und erlaubt russischen Sportlern etwas überraschend doch die Teilnahme an den Paralympics 2024 - unter neutraler Flagge. Von deutscher Seite kommt scharfe Kritik.

Über dieses Thema berichtet: Nachrichten am .

Russische Athletinnen und Athleten werden trotz des Angriffskrieges in der Ukraine wohl an den Paralympics 2024 in Paris teilnehmen können – allerdings nur unter neutraler Flagge. Während der Mitglieder- und Generalversammlung im Golfstaat Bahrain beschlossen die Mitgliedsverbände des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) am Freitag etwas überraschend, den Komplett-Ausschluss Russlands aufzuheben. In einer zweiten Entscheidung nach der Mittagspause stimmten sie dann allerdings gegen einen Start unter russischer Flagge. 

Deutscher Behindertensportverband empört über Entscheidung

Gegen den Komplett-Ausschluss stimmten 74 Verbände, 65 votierten dafür, 13 enthielten sich. Bei der zweiten Abstimmung fiel das Votum mit 90:56 bei sechs Enthaltungen dann recht klar für den Start unter neutraler Flagge aus. Die Entscheidung über die aktuell ebenfalls ausgeschlossenen Athleten aus Belarus folgt separat.

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, zeigte sich nach dem ersten Votum enttäuscht und geschockt. "Das ist keine Sternstunde für die Werte-Gemeinschaft des IPC", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Beucher hatte zuvor in einer energischen Rede vor der Versammlung zur Beibehaltung des Ausschlusses aufgerufen.  

Im Vergleich zur Abstimmung im November 2022 habe sich nichts geändert, hatte Beucher gesagt: "Es herrscht immer noch Krieg. Schrecklicher als zuvor." Man habe dazu vom paralympischen Komitee Russlands nicht "auch nur einen Satz des Bedauerns gehört. Nein im Gegenteil. Sie rufen zum Krieg auf, glorifizieren das Morden und Töten", sagte Beucher. Einen Start unter neutraler Flagge bezeichnete Beucher als "Augenwischerei".

Bürgermeisterin von Paris: Russische Athleten aktuell in Paris nicht willkommen

Ein Votum für die Beibehaltung des Komplett-Ausschlusses hätte unabhängig vom Zeitpunkt eines möglichen Kriegsendes wohl schon das Aus für die Paralympics bedeutet, da den russischen Athleten kaum noch Qualifikationsmöglichkeiten geblieben wären. Die Paralympics in Paris finden im kommenden Jahr vom 28. August bis 8. September statt. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hatte erklärt, sie wolle kein Gastgeber von russischen und weißrussischen Athleten sein, falls der Krieg noch laufe. 

Mit Informationen von dpa

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!