Rettungshubschrauber im Einsatz: Viele Verletzte bei Skilift-Unfall in spanischem Skigebiet Astún
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Rettungshubschrauber im Einsatz: Viele Verletzte bei Skilift-Unfall in spanischem Skigebiet Astún

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Viele Verletzte bei Skilift-Unfall in Spanien

Viele Verletzte bei Skilift-Unfall in Spanien

Bei einem Unfall mit einem Sessellift wurden im spanischen Skigebiet Astún zahlreiche Menschen teils schwer verletzt. Offenbar war ein Tragseil des Liftes der Auslöser für den Unfall, in der Folge stürzten mehrere Sessel in die Tiefe.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Bei einem Unfall mit einem Sessellift sind im Nordosten Spaniens viele Menschen verletzt worden. Zwei der Betroffenen seien nach den jüngsten Informationen in kritischem Zustand, teilte die Regierung der Region Aragonien mit. Insgesamt gab es beim Unfall in der Skistation Astún in den Pyrenäen der Provinz Huesca nach verschiedenen Angaben acht bis 17 Verletzte. 

Probleme mit Tragseil – Sessel fallen herunter

Spanische Medien berichteten zuvor von neun Schwerverletzten. Auf Bildern und Videos im Internet war zu sehen, dass mehrere Personen unterhalb des Skilifts im Schnee lagen. Durch einen Defekt an einer Rolle habe das Tragseil gegen 12 Uhr Mittag an Spannung verloren, erläuterte der Leiter der regionalen Notdienste, Miguel Ángel Clavero. Dadurch seien einige Sessel herabgefallen. Menschen fielen zum Teil aus 15 Meter Höhe in die Tiefe.

Viele weitere Menschen saßen Stunden nach dem Unfall noch in luftiger Höhe fest. Sie wurden nach und nach abgeseilt oder per Hubschrauber geborgen. Dieser Teil des Einsatzes ist inzwischen abgeschlossen. Nach einem Bericht des TV-Senders RTVE waren Dutzende Krankenwagen und fünf Hubschrauber vor Ort.

Augenzeugen berichten von Katastrophe

Einige Menschen konnten sich springend retten - wie Maria Moreno. Die Spanierin beschrieb im Gespräch mit RTVE die chaotischen Momente: "Ich war mit meinem Vater im Lift, als es plötzlich ruckte. Manche fielen kopfüber hinunter, andere rollten die Pisten hinab." Sie selbst sei im letzten Moment abgesprungen und habe die Rettungskräfte alarmiert. "Die Schwerverletzten wurden wohl meist von der herabstürzenden Konstruktion getroffen", mutmaßte Moreno.

Die schlimme Nachricht löste auch im Madrider Regierungspalast Palacio de la Moncloa Sorgen aus. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez drückte über die sozialen Medien seine Anteilnahme aus: "Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten aus Astún. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und ihren Familien." Aragoniens Regierungschef Jorge Azcón eilte an den Unglücksort.

Mindestens zwei Schwerverletzte

Die umliegenden Krankenhäuser wurden in höchste Bereitschaft versetzt. Zwei schwer verletzte Frauen, die nach amtlichen Angaben die größten Sorgen bereiten, wurden per Hubschrauber in Kliniken der Regionalhauptstadt Saragossa geflogen. Neben Angehörige des Rettungsdienstes, der Polizei und der Feuerwehr kamen in Astún auch Psychologen zum Einsatz, um die traumatisierten Besucher des Skigebiets zu betreuen.

Die Skistationen in den spanischen Pyrenäen sind im Winter vor allem bei einheimischen Touristen, aber auch bei Ausländern sehr beliebt. Unfälle mit Toten sind dort keine Seltenheit. Zuletzt gab es 2022 drei Unglücke mit insgesamt drei Todesopfern. Normalerweise geschehen diese Unfälle aber beim Skifahren - die Skilifte gelten als sicher. Das beliebte Skigebiet von Astún in den westlichen Pyrenäen gehört zur Gemeinde Jaca in der Provinz Huesca und liegt nahe der Grenze zu Frankreich.

Mit Informationen von dpa und Reuters

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