Simone Schönweiß Bodybuilding-Weltmeisterin
Bildrechte: Simone Schönweiß

Simone Schönweiß aus Lauf ist Weltmeisterin im Bodybuilding.

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Geballte Frauenpower – Bodybuilderin Simone Schönweiß

Seit 20 Jahren betreibt Simone Schönweiß aus Lauf Bodybuilding. Trotz Babypause hat sie zum zweiten Mal den Weltmeistertitel geholt. Ein harter Weg.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau Franken am .

82 Kilogramm, 183 Zentimeter groß, Brustmuskeln wie Berge, ein stahlharter Waschbrettbauch, kantige Gesichtszüge mit mildem perlweißem Lächeln – das ist Simone Schönweiß. Fünfmal pro Woche trainiert die 35-Jährige mit dem blonden langen Haar im Laufer Energy Sport Fitness Club. Das ist mindestens so etwas wie ihr zweites Wohnzimmer. Leichtes Training steht heute auf dem Plan. Ein wenig Beine, Brust, Bizeps, Latissimus. Simone Schönweiß befindet sich aktuell in keiner Wettbewerbsvorbereitung, daher sei sie auch etwas rundlicher und schwerer als sonst.

Weltmeisterin in der "Figur"-Klasse

Geht es um Titel, geht Simone ans Limit. Straffer Ernährungsplan, knallhartes Training, der Körperfettanteil wird auf vier Prozent runtergefahren. Jeder Muskel, jede Sehne scheint dann geradezu aus dem Körper zu springen. Derartig definiert hat Simone schon diverse Bodybuilding-Titel gewonnen. Zu den größten Erfolgen dürften ihre Weltmeister-Titel 2019 und 2023 in der Figure-Klasse zählen. Um in dieser Kategorie anzutreten, darf Simone nicht mehr als 75 Kilo wiegen. Vor dem Wettbewerb wird daher über einen längeren Zeitraum das Essen genau nach Plan eingeteilt und abgewogen.

Keine Anabolika

Simones muskulöser Körper beeindruckt. Wieviel Arbeit darin steckt, wird selbst Kraftsportnovizen schnell klar. Im Laufer Fitnessstudio gehört sie zum gewohnten Anblick. Hier fühlt sich Simone Schönweiß wohl. Sie habe ihren Erfolg langfristig erarbeitet, ohne Anabolika. Solche Hilfsmittel seien leider keine Seltenheit in der Branche, derartiges lehne sie aber strikt ab. Sie stehe für einen sauberen Sport.

"Klar gibt es das in der Branche, so kommen viele auch schneller zum Erfolg!" Simone Schönweiß, über Anabolika

Was sie sich in 20 Jahren körperlich aufgebaut habe, das würden andere mit Anabolika möglicherweise viel schneller erreichen. Wer diese illegale Abkürzung wähle, müsse sich aber auch über die vor allem gesundheitlichen Konsequenzen im Klaren sein. Das Risiko aufgrund dieser Substanzen zum Beispiel keine Kinder mehr kriegen zu können, sei ziemlich hoch.

Geschmäcker sind verschieden – Toleranz ist Thema

Auch die Kritik, dass ihr Erscheinungsbild nicht mehr weiblich genug sei, prallt mittlerweile an ihrem Selbstbewusstsein ab. Jeder habe seinen persönlichen Geschmack, die einen seien komplett tätowiert, andere voller Piercings. Toleranz sei das entscheidende Stichwort. Jeder könne doch so rumlaufen, wie er wolle. Dass insbesondere die Wettkampfphase eine Ausnahmesituation darstelle, das bestätigt Simone durchaus. So könne niemand das ganze Jahr über leben, das sei definitiv ungesund. In diesem Zeitraum bliebe auch die Periode aus. Der Körper befinde sich in einem Extremzustand.

"Während dieser Phase sind Bodybuilderinnen oft unfruchtbar, eine Art Schutzmaßnahme, wie auch in Hungersnöten!" Simone Schönweiß

Baby- und Trainingspause

Nach ihrem ersten Weltmeistertitel 2019 legt Simone Schönweiß eine Babypause ein. Gemeinsam mit ihrem Mann und Trainer Yves bekommt sie Sohn Finn. Der ist mittlerweile zwei Jahre alt und auch immer wieder mal im Fitnessstudio mit dabei. Das Bodybuilding sei wichtiger Bestandteil in ihrem Leben, sagt die 35-Jährige, aber es sei nicht ihr Leben. Familie und Beruf seien mindestens genauso wichtig. Natürlich sei es praktisch, dass ihr Mann diese Leidenschaft auch auf Wettkampfniveau teile, so könne man viel Zeit gemeinsam verbringen. Ives Schönweiß hat selbst zahlreiche Titel im In- und Ausland gewonnen und weiß, wie er seine Frau zu Höchstleistungen motiviert.

"Manchmal hasst sie mich schon im Training, daheim ist dann alles wieder gut!" Yves Schönweiß, Bodybuilder

Starke Pflegefachkraft mit Herz

Stärke beweist Simone Schönweiß nicht nur beim Sport, sondern auch im Job. Als Pflegefachkraft arbeitet sie in einem Behindertenwohnheim der Lebenshilfe Nürnberger Land. Bei den Bewohnerinnen und Bewohnern ist ihre sanfte Art und Weise beliebt. Ihre massigen Muskeln interessieren hier eigentlich niemanden.

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