"Happy Ramazan" steht auf einem Schild in Frankfurt.
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Ramadan in Bayern: Der Fastenmonat und seine Bedeutung

Ramadan in Bayern: Der Fastenmonat und seine Bedeutung

Der Ramadan ist mehr als nur Fasten – für rund 700.000 Muslime in Bayern bedeutet er eine Zeit der inneren Reinigung und Versöhnung. Doch auch weltliche Bräuche nehmen im Freistaat zu, und Foodblogger sorgen für mehr Abwechslung beim Fastenbrechen.

Mit Beginn des Ramadans wird ein guter Teil der weltweit schätzungsweise zwei Milliarden Muslime rund vier Wochen lang fasten. In Bayern startet der muslimische Fastenmonat in diesem Jahr am Freitagabend. Der genaue Beginn hängt von der Sichtung der Mondsichel ab. Daher kann er je nach Region und Sichtungsbedingungen variieren.

Fasten zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang

Zwischen dem Beginn der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang ist Muslimen während des Ramadans Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr untersagt. Die Gläubigen sollen sich ganz auf ihre Hingabe an Gott konzentrieren.

Der Fastenmonat gilt – ähnlich wie die christliche Fastenzeit – als Zeit der Versöhnung, der Buße und des Reflektierens, erklärt die Erlanger Islamwissenschaftlerin Melisa Muminovic: "Die Muslime betrachten das vergangene Jahr und versuchen, ihr Leben zum Besseren zu verändern und schlechte Gewohnheiten abzulegen."

Bayerische Foodbloggerin erfindet neue Iftar-Rezepte

Mit dem Iftar, dem gemeinsamen Abendessen, wird das Fasten täglich beendet. Dazu laden viele Muslime traditionell Verwandte oder Freundinnen und Freunde ein. Gestartet wird das gemeinsame Essen in der Regel mit einer Dattel. Längst findet man aber in sozialen Netzwerken neue Ideen für sogenannte Iftar-Rezepte. So serviert etwa die Münchner Influencerin und Foodbloggerin Nermin Kapisiz Dattelpralinen.

Häufig treffen sich die Gläubigen an den Abenden auch zum gemeinsamen Gebet in der Moschee oder rezitieren zu Hause Suren aus dem Koran. Ausgeschlossen von der Fastenpflicht sind Reisende, Schwangere, stillende Mütter, Kinder, Kranke und Alte.

An den Ramadan schließt sich das dreitägige Fest des Fastenbrechens an, das Zuckerfest, das äußerlich dem christlichen Weihnachtsfest ähnelt. Es beginnt in diesem Jahr am 30. März.

Ramadan als Lifestyle

Ebenso wie bei christlichen Festen gewinnt neben der religiösen Botschaft auch das weltliche Drumherum immer mehr an Bedeutung. So hat der bayerische Handel den Ramadan als wichtige Saison für sich entdeckt und bietet Produkte an, die speziell auf muslimische Kunden ausgelegt sind.

Das Sortiment orientiere sich immer an den Kundenwünschen, sagt beispielsweise Kaufland-Sprecherin Alisa Götzinger auf BR24-Anfrage. "Für uns war es deswegen klar, dass wir neben den Adventskalendern in der Vorweihnachtszeit auch ein Pendant für unsere muslimischen Kunden anbieten."

München will Rathaus mit Glückwünschen zum Zuckerfest illuminieren

In den Stadtgesellschaften erkennt man allmählich die Bedürfnisse der muslimischen Community. In Frankfurt und Köln wird es, wie bereits im vergangenen Jahr, eine Ramadan-Beleuchtung geben. Monde, Laternen und Schriftzüge erleuchten in den Abendstunden während des islamischen Fastenmonats die Fußgängerzonen.

Auch München will Musliminnen und Muslime als Teil der Stadtgemeinschaft sichtbarer machen. Ihre Zahl gibt die städtische Verwaltung mit vier bis acht Prozent der Gesamtbevölkerung an, also zwischen 60.000 und 120.000 Menschen.

Der Verwaltungs- und Personalausschuss der Stadt hatte am 11. Dezember eine Beleuchtung zum Ramadan beschlossen, auch um "ein Zeichen der Sichtbarkeit muslimischen Lebens sowie gegen antimuslimischen Rassismus" zu setzen. Am Abend des 31. März' soll nun während des Zuckerfests die Fassade des Alten Rathauses mit Wünschen für ein "Frohes Fest" in mehreren Sprachen angestrahlt werden.

Ramadan – was bedeutet das eigentlich?

Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Kalender. Sein Name kommt aus dem Arabischen. Er leitet sich aus der Wurzel "ramida" ab und steht für "brennende Hitze und Trockenheit". Nach islamischer Überzeugung wurde dem Propheten Mohammed in diesem Monat der Koran offenbart.

Im Ramadan fasten gläubige Muslime. Die "brennende Hitze" soll nicht auf die Jahreszeit, sondern auf das Gefühl im Magen des Fastenden verweisen. Das Fasten ("Saum") gehört neben dem Glaubensbekenntnis ("Schahada"), dem täglich fünfmaligen Gebet ("Salat"), der Almosensteuer ("Zakat") und der Pilgerfahrt nach Mekka ("Hadsch") zu den fünf sogenannten Säulen des Islam.

Mit Informationen von KNA und epd

Im Video: Checker Tobi und der Fastenmonat Ramadan

Der Islam-Check / Checker Tobi mit Merve Usta in einer Moschee in Wülfrath.
Bildrechte: BR/megaherz gmbh/Hans-Florian Hopfner
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Checker Tobi

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