Zwei Stadtbusse in Hof
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An den Wochenenden soll der Stadtbusbetrieb in Hof bis auf Weiteres ganz eingestellt werden.

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Trotz 45 Prozent weniger Personal: Kein Busfahrermangel in Hof

Trotz 45 Prozent weniger Personal: Kein Busfahrermangel in Hof

Weil fast die Hälfte der Busfahrer krank oder im Urlaub ist, fahren in Hof an Wochenenden derzeit keine Stadtbusse mehr. An einer zu dünnen Personaldecke liegt es aber nicht, erklären die Stadtwerke.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Wer zurzeit an Samstagen und Sonntagen in Hof auf einen Stadtbus angewiesen ist, sollte sich nach einer Alternative umsehen. Denn unter den 51 Beschäftigten im Fahrdienst herrscht "ein extrem hoher Krankenstand", erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke Hof, Jean Petrahn im Gespräch mit BR24.

Rund ein Drittel von ihnen sei aktuell krank, dazu kommen Mitarbeitende, die im Sommerurlaub sind. "Aktuell sprechen wir von über 45 Prozent weniger Fahrerinnen und Fahrern", bilanziert Petrahn. Damit die Busfahrer nicht an Schultagen fehlen, ist der Stadtbusverkehr in Hof deshalb an den Wochenenden bis auf Weiteres eingestellt.

"Extrem wenige Bewerbungen" auf Busfahrer-Stellen in Hof

"Grundsätzlich haben wir genügend Fahrerinnen und Fahrer bei uns beschäftigt", versichert Petrahn. Doch auch wenn der Arbeitsmarkt in Hof nicht ganz so angespannt sei wie in anderen bayerischen Städten, sind auch die Stadtwerke in Hof froh über potenzielle Busfahrer. "Wenn wir ausschreiben, erhalten wir extrem wenige Bewerbungen. Sobald sich jemand bei uns bewirbt, kommt es umgehend zu einem Einstellungsgespräch", sagt Petrahn.

Um den Job lukrativ zu machen, gewähren die Stadtwerke eine Antrittsprämie für neue Kollegen in Höhe von 2.000 Euro am Ende der Probezeit. "Wir tun uns schwer, Fahrpersonal zu finden", so der Geschäftsführer der Stadtwerke Hof – und das trotz der Azubi-Vergütung, die in seinen Augen "wesentlich höher als in allen anderen Branchen" sei: Im ersten Lehrjahr erhalten die Auszubildenden mehr als 1.700 Euro brutto.

Ungewöhnliche Anwerbe-Aktionen für Fahrerpersonal

Dass Verkehrsbetriebe bei der Suche nach neuen Fahrern Probleme haben – damit steht Hof nicht alleine da. Experten schätzten, dass bis 2030 bayernweit 80.000 Busfahrer fehlen. Um das Personalproblem zu lösen, wurden beispielsweise im Raum München über einen Headhunter ausgebildete Busfahrer aus Indien geholt. Und in Nürnberg werden Studierende zu Straßenbahnfahrern ausgebildet, um sich als Nebenjob etwas dazuzuverdienen.

Solche eher unüblichen Maßnahmen sind bei den Stadtwerken in Hof noch nicht in Planung. Hier würde es schon alleine helfen, wenn das Fahrerfeld wieder genesen und aus dem Urlaub zurück ist. Wann das sein wird? "Wir müssen davon ausgehen, dass es noch zwei bis drei Wochen dauern wird, bis wir wieder zu dem regulären Fahrplan zurückkehren können", befürchtet Petrahn.

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