Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), hat mit Verständnis auf die harsche Kritik von Linus Straßer an der Kurssetzung beim Nachtslalom in Schladming reagiert. "Fakt ist, dass wir die Sache nicht gut gelöst haben. Die Kurssetzung war nicht gelungen", sagte Maier bei Eurosport, nachdem Straßer seinen Trainer Stefan Kogler öffentlich angeprangert hatte.
Vorjahressieger Straßer hatte am Mittwochabend eine komfortable Führung nach dem ersten Lauf im Finaldurchgang vergeben, mit Rang vier die erste Podestplatzierung des Winters erneut verpasst und seinem Ärger über Kurssetzer Kogler am TV-Mikrofon Luft gemacht. Dieser hatte einen tückischen Kurs für das Finale gesetzt - nach Meinung von Straßer zu seinem Nachteil.
Maier: "Kann Linus komplett verstehen"
"Linus hat sich im Laufe des Abends beruhigt, das war in den späteren Interviews für jeden ersichtlich. Er ist ein besonderer Athlet, sehr reflektiert. Was er in der ersten Emotionalität gesagt hat, kann ich komplett verstehen", sagte Maier, stellte aber auch klar: "Harsche Worte in den Medien oder gar die Forderung nach einer Entlassung des Trainers", wie sie in der Folge aufkamen, "halte ich für komplett unangebracht."
Es sei "nicht vorteilhaft, wenn man sich jetzt in der Mannschaft Vorhaltungen macht oder die Verantwortung einzelnen zuschiebt für etwas, das wir im Kollektiv nicht gut gemanagt haben", so der 64-Jährige.
Straßer hatte das spektakuläre Nachtrennen auf der Planai 2022 und 2024 gewonnen. In dieser Saison geht der 32 Jahre alte Münchner als Mitfavorit, aber noch ohne Podestplatzierung in die anstehende WM in Saalbach-Hinterglemm (4. bis 16. Februar).