Der Zustand des Papstes ist weiter kritisch. Franziskus sei aber stabiler als zuvor, sagt BR-Korrespondent Tilmann Kleinjung.
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Papst Franziskus

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Schwer kranker Papst: Bayerische Bischöfe rufen zu Gebeten auf

Schwer kranker Papst: Bayerische Bischöfe rufen zu Gebeten auf

Der Augsburger Bischof und das Bistum Würzburg haben dazu aufgerufen, für den Papst zu beten. Franziskus wird seit 13 Tagen im Krankenhaus behandelt. Sein Zustand ist laut Ärzten kritisch. "Er ruht sich weiterhin aus", so der Vatikan am Mittwoch.

Papst Franziskus hat abermals eine ruhige Nacht in der römischen Gemelli-Klinik verbracht. Dies teilte der Vatikan am Mittwochmorgen mit und fügte hinzu: "Er ruht sich weiterhin aus."

Der Zustand des 88-Jährigen, der unter anderem an einer beidseitigen Lungenentzündung leidet, war laut dem täglichen Klinik-Bulletin vom Dienstagabend "weiterhin kritisch, aber stabil". Signifikante Verbesserungen habe es nicht gegeben. Die Ergebnisse einer Computertomographie der Lunge werden an diesem Mittwochabend erwartet.

Augsburger Bischof ruft zu Gebeten für Franziskus auf

Der Augsburger Bischof Bertram Meier ruft nun das "ganze Volk Gottes" auf, Gebete für den Papst zu sprechen. In einer Messe mit dem Domkapitel sagte Meier am Dienstagabend, man bitte den Herrn, Franziskus beizustehen, dass er "diese schwierige Phase seines Lebens- und Glaubensweges gut meistert" und sich dahin führen lasse, "wo der Herr ihn haben will". Man bitte um innere Stärke für ihn und bete dafür, dass er körperlich wieder stärker werde, "um die Kirche von heute in dieser schwierigen Zeit zu führen".

Franziskus selbst hatte zum Welttag der Kranken im Februar 2024 gesagt, die erste Behandlung, die man bei Krankheit brauche, sei eine Nähe voller Mitgefühl und Güte. Diese Nähe können ihm selbst nun alle Gläubigen im Gebet gewähren, so das Bistum.

Bistum Würzburg schlägt auf seiner Website Fürbitten vor

Auch das Bistum Würzburg ruft dazu auf, für Papst Franziskus zu beten, und schlägt auf seiner Website beispielsweise folgende Fürbitten vor: "Wir beten für Papst Franziskus, dass der Herr ihn stärke und ihn in den schweren Tagen der Krankheit zur Seite stehe" oder "Wir beten für unseren Papst Franziskus. Der Herr gebe ihm Kraft für den schweren Weg in Krankheit und Leid. Er stehe ihm bei in seinem Zeugnis der Liebe zur Kirche."

Bereits im vergangenen Sonntagsgebet des Kirchenoberhaupts, das dieses Mal nur schriftlich verbreitet wurde, bedankte sich der 88-Jährige für all die Unterstützung, die er erhalten habe. Seinen Text beendete er mit der Bitte, für ihn zu beten: "Ich vertraue alle der Fürsprache Marias an und bitte Sie, für mich zu beten."

Bisher längster Krankenhausaufenthalt des Papstes

Papst Franziskus wird seit knapp zwei Wochen wegen Komplikationen infolge einer Atemwegserkrankung im Gemelli-Krankenhaus in Rom behandelt. Mit 13 Tagen handelt es sich um den bisher längsten Krankenhausaufenthalt des Papstes. Wegen einer Darm-OP war Franziskus 2021 insgesamt elf Tage im Hospital.

Am Samstag hatte sich der Gesundheitszustand Franziskus' verschlechtert – er erlitt laut dem Vatikan eine "ausgedehnte asthmatische Atemkrise", zudem mussten ihm Bluttransfusionen verabreicht werden. 

Am Montag hatte der Vatikan erklärt, der Gesundheitszustand des Papstes habe sich "leicht gebessert". Seit Samstag habe der Papst keine weiteren Anfälle von Atemnot mehr erlitten, einige Laborwerte hätten sich verbessert. Eine am Sonntag diagnostizierte beginnende Niereninsuffizienz sei "nicht besorgniserregend". Der Papst werde weiterhin mit Sauerstoff versorgt, aber in geringerer Konzentration als zuvor.

Gläubige und Kardinäle beten Rosenkranz auf Petersplatz in Rom

Inzwischen wird rund um die Welt für Franziskus gebetet. In Rom sind am Dienstagabend erneut Gläubige mit der Römischen Kurie und den in Rom lebenden Kardinälen auf dem Petersplatz zusammengekommen, um für Papst Franziskus den Rosenkranz zu beten.

Der Vatikan informiert morgens und abends schriftlich über seinen Gesundheitszustand. Franziskus steht seit März 2013 an der Spitze der katholischen Kirche mit ihren weltweit rund 1,4 Milliarden Gläubigen.

Mit Informationen von KNA, AFP und epd

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